scheint. Der ornamentale Teil ist jedoch vollkommen originell. Abbildung 4
(Seite 653) stellt einen silbernen Becher von beiläufig sechs Zoll Höhe dar. Der
besonders reiche Effekt wird hier durch die Art und Weise der dekorativen
Motive herbeigeführt. Im dem in Silber ausgeführten Kindernapf, Abbildung 5
(Seite 654), sehen wir ein weiteres typisches Beispiel für das Charakteristische
an Ashbees Entwürfen. Das dekorative Motiv bilden hier Seepferde, die
außerordentlich zart in Silber modelliert sind. Fünf davon tragen die Schale,
während drei von anderer Form den Deckel schmücken. Sie erscheinen!
auch am Griff des Löffels wieder. Abbildung 6 (Seite 655) zeigt eine Butter-
schale mit grünem Glaseinsatz in einem offenen silbernen Ständer. Die zwei
zum I-Ierumreichen der Schale dienenden Henkel sind reich ziseliert, durch-
brochen und mit Rosetten verziert. Die Butterschale, Abbildung 7 (Seite 655),
ist wie das vorher genannte Stück ein Teil eines Services. Die hier angeführten
Gegenstände sind zwar nur ein kleiner Teil der neuesten Arbeiten Ashbees,
aber sie kennzeichnen die Art seines Schaffens und geben zugleich eine
Vorstellung von dem künstlerischen Verständnis der unter ihm arbeitenden
Kunsthandwerker in Chippen Campden.
ADÜLF HÖLZEL. Der Künstler, welcher einst in Wien seine Studienjahre ver-
brachte, in Deutschland festen Fuß faßte und als Stuttgarter Akademieprofessor
wirkte, hat nun, ein Sechzigjähriger, Wien besucht. Er hat eine Ausstellung seiner letzten
Arbeiten in der Galerie Miethke veranstaltet und einen temperamentvollen Vortrag über
seine künstlerischen Anschauungen gehalten. Er hat über „künstlerische Mittel" gesprochen,
Arbeitsprinzipien klargestellt, Richtlinien für die Konzeption und Beurteilung von Kunst-
werken gegeben. Der Weg seiner Entwicklung fiihrt über
Frankreich. Hölzel hat dort den Impressionismus mit-
Ausstellung österreichischer Kunstge-
werbe igi3-xgi4. Bonbonniere aus
vergoldetem Silber, entworfen vom Ar-
chitekten E. J. Wimmer. ausgeführt
von der Wiener Werkstätte
erlebt, aber auch wieder den
Weg zur Überwindung der
Schwächen desselben gefun-
den. Er hat dem Dachauer
Malerkreis angehört, in dem
Hölzel einer der kampflustig-
sten Theoretiker war.
Was heute vor uns aus-
gebreitet an den Wänden
hängt, sind farbenkräftige
landschaftliche und figurale
Kompositionen, die vor allem
jeden Naturalismus vermei-
den, die keinen bloßen Natur-
ausschnitt bringen, sondern
in sich abgewogene kolori-
stisch rhythmische Zusam-
menklänge, Farbendichtun-
Ausstellung österreichischer
Kunstgewerbe igtg-rgu.
Broche, Gold getrieben, ent-
worfen vom Regietungsrat
ProfJos. Hoffmann, ausgeführt
von der Wiener Werkstätte