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Full text: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 12)

scheint. Der ornamentale Teil ist jedoch vollkommen originell. Abbildung 4 
(Seite 653) stellt einen silbernen Becher von beiläufig sechs Zoll Höhe dar. Der 
besonders reiche Effekt wird hier durch die Art und Weise der dekorativen 
Motive herbeigeführt. Im dem in Silber ausgeführten Kindernapf, Abbildung 5 
(Seite 654), sehen wir ein weiteres typisches Beispiel für das Charakteristische 
an Ashbees Entwürfen. Das dekorative Motiv bilden hier Seepferde, die 
außerordentlich zart in Silber modelliert sind. Fünf davon tragen die Schale, 
während drei von anderer Form den Deckel schmücken. Sie erscheinen! 
auch am Griff des Löffels wieder. Abbildung 6 (Seite 655) zeigt eine Butter- 
schale mit grünem Glaseinsatz in einem offenen silbernen Ständer. Die zwei 
zum I-Ierumreichen der Schale dienenden Henkel sind reich ziseliert, durch- 
brochen und mit Rosetten verziert. Die Butterschale, Abbildung 7 (Seite 655), 
ist wie das vorher genannte Stück ein Teil eines Services. Die hier angeführten 
Gegenstände sind zwar nur ein kleiner Teil der neuesten Arbeiten Ashbees, 
aber sie kennzeichnen die Art seines Schaffens und geben zugleich eine 
Vorstellung von dem künstlerischen Verständnis der unter ihm arbeitenden 
Kunsthandwerker in Chippen Campden. 
ADÜLF HÖLZEL. Der Künstler, welcher einst in Wien seine Studienjahre ver- 
brachte, in Deutschland festen Fuß faßte und als Stuttgarter Akademieprofessor 
wirkte, hat nun, ein Sechzigjähriger, Wien besucht. Er hat eine Ausstellung seiner letzten 
Arbeiten in der Galerie Miethke veranstaltet und einen temperamentvollen Vortrag über 
seine künstlerischen Anschauungen gehalten. Er hat über „künstlerische Mittel" gesprochen, 
Arbeitsprinzipien klargestellt, Richtlinien für die Konzeption und Beurteilung von Kunst- 
werken gegeben. Der Weg seiner Entwicklung fiihrt über 
Frankreich. Hölzel hat dort den Impressionismus mit- 
 
Ausstellung österreichischer Kunstge- 
werbe igi3-xgi4. Bonbonniere aus 
vergoldetem Silber, entworfen vom Ar- 
chitekten E. J. Wimmer. ausgeführt 
von der Wiener Werkstätte 
erlebt, aber auch wieder den 
Weg zur Überwindung der 
Schwächen desselben gefun- 
den. Er hat dem Dachauer 
Malerkreis angehört, in dem 
Hölzel einer der kampflustig- 
sten Theoretiker war. 
Was heute vor uns aus- 
gebreitet an den Wänden 
hängt, sind farbenkräftige 
landschaftliche und figurale 
Kompositionen, die vor allem 
jeden Naturalismus vermei- 
den, die keinen bloßen Natur- 
ausschnitt bringen, sondern 
in sich abgewogene kolori- 
stisch rhythmische Zusam- 
menklänge, Farbendichtun- 
 
Ausstellung österreichischer 
Kunstgewerbe igtg-rgu. 
Broche, Gold getrieben, ent- 
worfen vom Regietungsrat 
ProfJos. Hoffmann, ausgeführt 
von der Wiener Werkstätte
	        
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