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MAK

Full text : Jahresbericht (1872)

cation bestimmt, nebst dem der modernen wechselnden Kunstindustrie gewidmeten Saal Vl

eröffnet werden. Es folgte gegen Ende Juni Nr. ll, der grosse Poteriensaal, und erst im

November und December Saal V mit den Arbeiten in Bronze, Eisen u. s. w., und Saal Vll

mit der äusseren und inneren Ausstattung von Büchern, Lederarbeiten, Miniaturmalereien

und mancherlei anderen Gegenständen.

Die Aufstellung folgt im Allgemeinen dem System des Museums und seinem Princip,

d. h. dem Material, auf dessen Bearbeitung die Verschiedenheit der Gewerbe ruht. Es

versteht sich dabei von selbst, dass ein Saal zuweilen verschiedenen Zweigen dient, und

da es keine eigentliche Reihenfolge der Säle gibt, auch nicht die Reihenfolge der Gruppen

eingehalten werden konnte. Man wird aber überall die gleichartigen Gegenstände nach

diesen Gruppen beisammen finden. Saal l enthält die Goldschmiedarbeiten, die Arbeiten

in edlen Metallen oder solche, bei denen edle Metalle (wie tauschirtes Eisen) zur Verzierung

 gedient haben; ebenfalls die Copien solcher Arbeiten in Metall, z. B. die galvanoplastischen.

 Alle Gypscopien sind dem Gypssaal Nr. Vlll zugewiesen worden. Verbunden

sind daher mit den Goldschmiedarbeiten die verzierten Waffen und die Emailarbeiten.

Der grosse Stimsaal ll enthält die gesammten Poterier. in gebranntem Thon, in

Fayence, Steingut und Porcellan, einiges ausgenommen, was hier nicht mehr Platz fand

. und daher in Saal lll aufgestellt werden musste. Saal lll ist im Uebrigen den Glasarbeiten

jeder Art gewidmet.

Der grosse Oberlichtsaal lV muss zweien Zwecken dienen, einmal sammtlichen

Holzarbeiten und kleineren plastischen Arbeiten, daher er auch der eigentliche Möbelsaal

ist, und sodann allen Webereien, Stickereien und Spitzenarbeiten, so viele eben ausgestellt

sind und nicht in Kästen und Mappen liegen.

Saal V enthält alle Arbeiten aus nicht edlen Metallen, wie Saal l diejenigen aus

edlen Metallen aufgenommen hat. Es sind die von Bronze, Messing, Kupfer, Zinn, Blei,

Eisen und auch Proben von Aluminium. Das stotflich Gleichartige ist allemal in den Kasten

zusammengestellt; die grdsseren Gegenstände stehen frei.

Saal Vl ist bestimmt, den modernen Kunstindustriellen Gelegenheit zu geben, ihre

neuesten und besten Fabricate den Augen des Publicums vorzufnhren. Der Inhalt dieses

Saales ist also wechselnd und umfasst das ganze Gebiet der Kunstindustrie; heimische

wie fremde Arbeiten finden in gleicher Weise Aufnahme.

Saal Vll ist vorzugsweise der Ausstattung der Bücher gewidmet, den Einbanden

jeder Art, wie auch der inneren Ausstattung, den Miniaturen, der Illustration, den Typen

u. s. w. Daran schliessen sich einerseits sonstige Lederarbeiten, verzierte Cassetten, Futterale

 in geschnittenem oder gepresstem Leder u. s. w., andererseits Erzeugnisse der

Kunst, wie Miniaturmalereien, Initialen, Handzeichnungen und anderes. Dieser Saal musste

aber auch zur Aufnahme sonstiger Gegenstände dienen, die anderswo nicht Platz finden

konnten, z. B. orientalischen Arbeiten, Stroh- und Korbgeßechten, ethnographischen Gegenständen,

 Siegeln u. s. w.

Saal Vlll, der zweite der grossen Oberlichtsale, ist zur Aufnahme der Gypsabgüsse

bestimmt worden, welche somit vereinigt sind. Die grbsseren, figürlichen Gegenstande

in Gyps haben ausserdem im Arkadenhof unten und oben Aufstellung erhalten.

Eine wesentliche Neuerung sind die im neuen Musealgebäude durch die Raumverhaltnisse

 ermöglichten additionellen Ausstellungen im Saale lX (i. Stock), welche

am l. Mai durch eine wAusstellung der vervielfaltigenden zeichnenden Künsten

inaugurirt wurden.

Zweck derselben war eine Uebersicht der Entwicklung der vervielfaltigenden graphischen

 Künste in allen ihren Zweigen von der Erfindung jeder einzelnen Methode bis

auf ihren heutigen Stand in hervorragenden und charakteristischen Beispielen zu eben.

Eine solche Aufgabe würdig zu losen war nur durch die grösste Zuvorkommenhelt und

Liberalitat der Kunstfreunde und der Vorstände der öffentlichen Sammlungen möglich,

welche dem Museum ihre Schätze - sehr häuhg Unica - vertrauensvoll zur Ausstellung

überliessen.

Ihnen Allen, besonders aber Sr. kais. Hoheit dem durchl. Herrn Erzh. Albrecht,

Sr. Exc. dem Herrn FZM. Franz Ritter v. Hauslab und dem Herrn Aug. Artaria sei

hiermit der Dank des Museums ofentlich ausgesprochen. Der Katalog der Ausstellung,

der in dem Mai- und Junihefte der vMittheilungenl enthalten ist, gibt über die Art der

Eintheilung und den Umfang der Ausstellung Aufschluss.

Die Vorarbeiten für die Ausstellung nxachte ein Comite, welchem der Director Jes

Museums, Hofrath v. Eitelberger, Exc. FZM. Ritter v. Hauslab, Dr. M. Thausing,

Herr Aug. Artaria und Custos F. Schestag angehorten. Die Dauer der Ausstellung

betrug drei Monate, vom i. Mai bis 3x. Juli.
            
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