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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 1)

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mit Legbrettern zum Kleider-, I-Iarnisch- und Werkzeugschrank. Das Inventar

des Schlosses Fragenstein erwähnt x482 zwei beschlagene Kasten „bei der

tur im Gewölb" und „item drey höch beslagen kasten in der Kamer vor dem

gewelb an der stuben, sind geschätzt umb XV. guld. Auf dem sal ain harnaschkasten

 ist geschätzt umb X. gulden". Einen I-Iamischkasten besaß auch die

Mühlbacher Klause: „ain zyrmeiner (aus dem Holz der Zirbelkiefer) Kasten

zu Gewand oder zu harnasch". Auf eine derartige Verwendung weisen die

Giebelschränke mit den starken, in die Rückwand eingelassenen Holzzapfen.

Für die Einstellung einzelner Schwerter in die an der Innenseite der

Türe angebrachte Leiste mit Ausschnitten fehlt jede Möglichkeit. Sie ist

also später hinzugekommen. Auch hierfür geben uns die Archive des ausgehenden

 XV. Jahrhunderts die Erklärung. Im Schlosse I-Iasegg befand sich

„ain kasten mit werchzeug", und es ist gewiß kein bloßer Zufall. sondern

eben durch den Wandel in der Benutzung der Giebelschränke zu erklären,

wenn der vorhin in der Mühlbacher Klause erwähnte „zyrmeiner Kasten zu

harnasch" wenige Jahre später in einem neu angelegten Inventar des

Jahres 1484 als „zyrmeiner kasten mit allerlay tischlerzeug und zymerzeug"

(Zimmermannswerkzeug) erscheint. Eine so rasche Änderung der Inneneinrichtung

 und Bestimmung des Schrankes im XIV. und XV. Jahrhundert darf

uns um so weniger wundern, als wir ja in unseren Tagen noch mehr und in

weit kürzeren Intervallen bei demselben Möbel des XX. Jahrhunderts zu den

verschiedensten Änderungen geneigt sind. Daß sich solche Vorgänge einheitlich

 und selbst in weit voneinander abliegenden Gegenden so ziemlich

gleichzeitig abspielten, hängt mit der Eigenheit der kulturellen Entwicklung

zusammen, die im Mittelalter auf einer viel solideren Basis fußend,

begründeter und natürlicher war als unsere heutigen Kulturbestrebungen.

DIE HISTORISCHE AUSSTELLUNG DER

WIENER HOFBIBLIOTHEKSCP VON OTTOKAR

SMITAL-WIEN Sh

7 ' '  7 NLÄSSLICH der 13. Tagung des Verbandes

i "i  ' ' deutscher Historiker in Wien hat der Direktor der

k. k. I-Iofbibliothek, Hofrat Ritter v. Karabacek,

im Prunksaal eine Fachausstellung einiger der

seltensten Handschriften und Inkunabeln veranstaltet,

 die dem Laien ebenso wie dem Fachmann

in Auswahl die wichtigsten Quellen zeigen soll,

aus denen der Historiker die Kenntnis der Vergangenheit

 zu schöpfen pflegt. Durch die Einbeziehung

 von interessanten Stücken der Sammlung

 „Papyrus Erzherzog Rainer" und der orientalischen Handschriften

wurde bei dem beschränkten Raume eine Geschlossenheit in den erzählenden


            
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