Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 1)

unmittelbare Zeugen der Zeit nähergerückt.

 Die Mannigfaltigkeit der Sprache

 und Schrift entspricht dem bunten

Völkergemisch des hellenistischen

Ägyptens und läßt uns ahnen, was

uns die prächtigen Porträts der Theodor

 Grafschen Sammlung erzählen.

Dieser entstammen drei dieser sogenannten

 Mumienporträts und zwei

Porträtmasken der Ausstellung. Von

den ersteren sind zwei Porträts, das

eines Mannes und das Porträt einer

Frau in enkaustischer Technik ausgeführt,

 das dritte (Abb. I), „mit Temperafarben

 auf Holz gemalte Porträtbrustbild

 (Höhe o'58 Meter, Breite o'48

Meter) stellt einen bärtigen Mann vor,

welcher in der rechten Hand eine

Weintraube mit Fiederabschnitten

der Blätter der Dattelpalme, in der

linken einen Zweig hält. Die Kleidung

besteht aus einer weißen Tunika und

ebensolchem Mantel, der auf derUnterseite

 in der rechten Halsgegend die

für die rauhe jahreszeit bestimmte

Noppenfütterungzeigt"."'Dersinnreich

konstruierte

 Rahmen

ist jenem

von Flinders

 Petrie in Hawara gefundenen Originalrahmen

 nachgebildet. Dieses Bild ist um so

interessanter, als es uns zeigt, daß derartige

Porträts als Wandschmuck in den Wohnräumen

aufgehängt und später der Mumie in die Grabkammer

 mitgegeben wurden, ein Beleg für die

Darstellung von Ebersf" „man habe den hellenistischen

 Ägypter in guten Jahren gemalt, das

Bild im Familienzimmer aufgehängt und erst

nach dem Tode des Abgebildeten einem Künstler

 aufgetragen, es für die Mumie zu kopieren".

Abb. z. Mumienporträt

" Papyrus Erzherzog Rainer, Führer durch die Ausstellung,



S. 284.

Abb. 3. Porträtmaske "i G. Ebers: Antike Porträts, S. 22.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.