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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 1)

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Über die Skulpturen ist nicht viel zu berichten. Man kann einige spanische und

marokkanische Typen von Daniel Bacque bewundern; auch eine Bronzebüste „a Rubinstein"

 von Bernstamm. Max Blondat hat zuweilen recht hübsche Einfälle, die Statuette

„l'Amour epuise" wird vielen gefallen. Am interessantesten sind die Entwürfe von Köpfen,

sehr originelle Studien, von Paul Francois Berthoud. Eine Schlangenbändigerin (Bronzestatuette)

 von Landowski, sowie drei sauber ausgeführte Porträtbüsten von Charles Samuel

sind immerhin erwähnenswert.

In drei kleineren Sälen, ebenfalls bei Georges Petit, befindet sich die Ausstellung „La

Comedie humaine". Am besten kann man dort über die allerneuesten exzentrischen Moden

amüsante Betrachtungen machen. Wir sehen dieselben dort in karikaturenhafter Übertreibung,

 manchmal trotzdem von pikantem Reiz, und wer weiß ob nicht gerade diese

Modebilder in vielen Fällen zur Nachahmung anspornen werden? Bekanntlich ist in der

Haartracht sowie in der Art, sich zu schminken, eine neue Geschmacksrichtung, ein wahrer

Umschwung der Schönheitsbegriiie eingetreten. Die Farbenkühnheiten gewisser Maler

sind vielleicht einigermaßen damit verkettet. Manche Frauen verwenden jetzt violetten

Gesichtspuder, tragen grüne und blaue Perücken und bestreichen die oberen Augenlider

bis zu den Brauen mit bläulicher Schminke, was dem Blick eine eigenartige Tiefe verleiht.

Als Anführer der Mode sind in der „Comedie humaine" Georges Lepnpe, J. Goje,

Ayres und Charles Schaller in erster Linie anzuführen. Sie haben einen halb modernen,

halb persischen Stil geschaffen, welcher offenbar viele Anhänger findet.

Wir sehen hier aber auch etwas gediegenere Arbeiten: die Namen Abel Faivre, Grün,

Jules Adler (Typen a la Steinlen) und eine Serie von humoristischen Affenbildern des

kürzlich verstorbenen, so beliebten Gaston la Touche.

Die Witzblattliteratur ist reichlich und sehr gut vertreten durch die glänzenden Einfälle

 von Albert Guillaume, Devambez, Hemard, Wamod und die Namen der meisten

bekannten Mitarbeiter der Pariser illustrierten Blätter. Man findet dort reichlich Gelegenheit,

sich in der Schadenfreude zu üben und auch einigen KonversationsstoE zu sammeln. Die

Ausstellung erfreut sich stets einer ansehnlichen Besucherzahl.

Vor kurzem fand in Paris die Erößnung des Museums Jacquemart-Andre" statt, welches

die Kunstschätze vereinigt, die Madame Andre dem Institut de France testamentarisch

hinterlassen hat. Schon zu Lebzeiten der Madame lzldouard Andre erzählte man Wunder

von ihren Sammlungen und nur in den seltensten Fällen gelang es, von ihr die Erlaubnis

zu erreichen, dieselben zu besichtigen. Der Wert der von ihr vereinigten Schätze (über

xooo Nummern) ist von Sachverständigen auf viele Millionen geschätzt worden.

In dem ehemaligen Palais der edlen Spenderin ist laut deren Wunsch alles so

geblieben, wie es zu ihren Lebzeiten war. Man erhält daher den Eindruck einer vornehmen

Wohnstätte, in der jedes Einrichtungsstück ein seltenes Kunstwerk ist und wo alles und

jedes mit dem auserlesensten Geschmack an richtiger Stelle angebracht ist. Am besten

sind in der Sammlung Iacquemart-Andre die französischen Meister des XVII. Jahrhunderts

und die Epoche der italienischen Renaissance vertreten.

Wollte man auch nur die glorreichsten Namen nennen, so käme es zu einer endlosen

Aufzählung, denn es gibt hier nicht nur Bilder der berühmtesten Maler aller Zeiten, sondern

auch Skulpturen, Tapisserien, Möbel, Kunstgegenstände aller Art, aus den verschiedensten

Ländern und Epochen.

Die Stiftung des Musee Andre-jacquemart (x 58 Boulevard Haussmann) ist wie ein

herrliches Geschenk an alleMenschen, die sich fürKunstund Kunstwissenschaftinteressieren.

Th. de Kulmer

ROPPAU. LIECHTENSTEIN-JUBILAUMSAUSSTELLUNG. Anläßlich

der dreihundertjährigen Wiederkehr der Belehnung der Fürsten Liechtenstein mit

dem Herzogtum Troppau durch Kaiser Matthias (4. Jänner 1614) veranstaltete das Kaiser

Franz Joseph-Museum (Schlesisches Landesmuseum) in Troppau eine die Geschichte des
            
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