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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 2)

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welcher über Stuf, Technik, Herkunft und Stil Auskunft ertheilt, wird

jeden, der sich für diese Gegenstände von irgend einem Gesichtspunct aus

interessirt, in den Stand setzen, diejenigen Stücke auszuwählen, welche

seiner Beachtung besonders werth erscheinen und die ihm sodann auf seinen

Wunsch die Beamten des Museums zum Studium vorlegen werden. Für

Auswärtige wird das Museum ebenso bereit sein, Zeichnungen oder Photographien

 auf Bestellung zu besorgen.

Die Sammlung von Geweben und Stickereien des Museums wird

fortwährend vermehrt; eine grössere Anzahl von interessanten Geweben

ist dem Museum seit der Erwerbung dieses Grundstückes geschenkweise

 zugekommen. Jacob Falke.

Fachmänner-Votum über die Technik der sog. „Burgundischen

Gewänder" und des im Museum ausgestellten persischen Sammtteppichs

 mit Jagddarstellungen.

Die sog. „Burgundischen Gewänder" (der Messornat des gold. Vliessordens)

 nach Zeichnungen in der Art Job. van E y ck 's wahrscheinlich um

das J. 1450 in Arras angefertigt, gelten allgemein als die schönsten und

werthvollsten textilen Kunstwerke des Mittelalters, welche auf unsere Zeit

gekommen sind.

Die Technik dieser Gegenstände hat vielfache Streitigkeiten erregt;

die Archäologen haben sich meist der Ansicht zugeneigt, dass die burgundischen

 Gewänder ganz und gar gestickt seien und dieser Meinung wurde

auch in dem Kataloge des Museums, sowie in dem Text der Specialpuhlication,

als diese Gewänder aus der kais. Schatzkammer, deren Eigenthum sie sind,

hierher zur Ausstellung gelangten, Rechnung getragen. Viele Fachmänner,

welche die burgundischen Gewänder im Museum genau in's Alge fassten,

haben es indess als sehr fraglich erklärt, dass die ganzen Gewänder Arbeit

der Nadel seien und hielten einen grossen Theil derselben, namentlich die

Figuren, mit Ausnahme der Köpfe und Hände, in Anbetracht der grossen

Genauigkeit und Gleichheit der Fäden, für gewebt. Theilweise entstand

sogar die Meinung, dass die Ketten-Fäden ühermalt sein möchten.

In der jüngsten Zeit ist im Museum ein Special-Colnite zusammengetreten,

 um die im Eigenthum oder in den wechselnden Ausstellungen

des Museums vorkommenden älteren textilen Kunstgegenstände in technischer

 Beziehung eingehend zu besichtigen und zu untersuchen. Dieses

Comite, welchem die hervorragendsten hiesigen Vertreter des Weberei-Faches,

 die Herren Reckenschuss (als Obmann), Harpke, Bujatti,

Giani, der Lehrer an der Gewerbeschule in Gumpendorf Herr Antl und

Herr Architekt Stork angehören, hat sich nun zunächst mit der Untersuchung

 beschäftigt, welche Technik es sei, die in den burgundischen Gewändern

 so meisterhafte Leistungen aufzuweisen hat, und als das Ergebniss
            
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