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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 3)

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Kleinere Mittheilungen.

(Besuch des Museums.) Das österr. Museum ist im Monate November d. J.

von 10.516 Personen besucht gewesen; davon haben 195 Personen ein Eintrittsgeld von

30 kr. entrichtet, 10.32! Personen haben die Anstalt unentgeltlich besichtigt. Die obige

Zider reprlisentirt gegenüber dem Monate November v. J. eine Steigerung der Frequenz

 um 3791 Personen.

(Geschenke an das Museum.) In der letzten Woche hat Herr Franz Woj tech,

Seidenzeug- und Fahnen-Fabrikant in Wien, dem listerr. Museum zur Vermehrung der von

letzterem angelegten Sammlung von Geweben, eine Anzahl von beiläufig 1500 Seidenstoß-Mustern

 aus den Jahren 1845-1865 iiber Anregung der Handels- und Gewerbekammer zum

Geschenke gemacht. Von Herrn Brausewette r, Terracottawaarenfabrikant zu Marchegg

bei Wagrarn, welcher gegenwärtig eine grössere Exposition seiner Erzeugnisse im Museum

veranstaltet hat, ist dem Museum ein korinthisehes Capitäl von Terracotta. als Geschenk

übergehen werden.

(Elue gnihlsebe Monstranze) aus dem J. 1412, der Kirche zn St. Leonhard

im Lungen gehörig, ist in den letzten Tagen (durch die freundliche Vermittlung des

Herrn Correspondenten Dr. A. Steinhauser in Salzburg) im Museum zur Ausstellung

gelangt. Diese Monstranze gehört nach dem einstimmigen Urtheile der Kenner mit zu dem

Schönsten, was auf dem Gebiete der kirchlichen Galdschmiedekunst gemacht worden ist.

(Zwei Tafeln mit Niellen). Eigenthum des Herrn Barons A. Rothschild, ehemals

 wahrscheinlich Bucheinbände, ziehen die besondere Aufmerksamkeit der kunstverständigeu

 Besucher des Museums auf sich. Sie sind florentiniscbe Arbeit aus der zweiten Hälfte

des I5. Jahrhunderts, und gehören sowohl was Schönheit der Ausführung als Grösse betridt,

 zu den bedeutendsten Leistungen dieser Art. Auf jeder der beiden Tafeln beünden

sich silf Niellen.

(Ausstellung von neuen Arbeiten der Fabrik In Melssen.) In der keramischen

 Abtheilung gelangten durch Herrn Wallis eine Anzahl moderner Porcellanfabricate

 der Meissner Fabrik zur Ausstellung. Meissen arbeitet bekanntlich mehr als eine

andere der alten Fabriken in seiner früheren Weise fort, wodurch es einst so hohen Ruhm

erlangte. Um so interessanter ist es, die Vollendung der Arbeit in alter und neuer Zeit

lu vergleichen, da Gegenstände und Manier dieselben geblieben sind, und zu sehen, ob ein

Fortschritt oder ein Rückschritt eingetreten ist. Die Vergleichung lässt über das letztere

leider nicht in Zweifel.

(Eine Anzahl lgypllscher Alterihllrncr), Bronze- und Thonarbeiten aus dem

Besitle des Heu-n Curators von Friedland, vermehren fiir eine Zeit die betreffenden

Sammlungen. Beiderlei Gegenstände fuhren uns an den Anfang der bezüglichen Kunstzweige

 und sind darum von geschichtlichen Interesse.

(Alls der k. Schatzkammer) wurden im vertlossenen Monate zwölf neue ebenso

prachtvolle wie kunstreiche Gegenstände entlehnt, 1. u. 2. eine g-rosse Schale mit dazu

gehöriger Kanne von vergoldetem Silber, gefertigt um das Jahr 1600, von höchst reicher

und vollendeter Arbeit und mit vielen Figuren und Thierbildern; desgleichen 3. ein grosser

gebuckelter Silberpokal aus der ersten Hälfte des I6. Jahrhunderts; 4. ein Kästchen

von feinstem Goldfiligran mit Diamanten; 5. u. 6. zwei Elfenbein-Trinkgefässe,

davon eines eine virtuose, figurenreicbe Arbeit ersten Ranges. Die übrigen Gegenstände

sind kleinere, aus Edelsteinen oder Halbedelsteinen geschnittene Gefässe von

den zierlichsten, elegantesten Formen und der feinsten Gold- und Emailfassung, wahrhaft

vollendete Muster der edelsten Goldschmiedekunst, deren Studium wir den het-reßenden

Künstlern nicht dringend genug empfehlen können.

(Möbeln für das Pnlnls Würlemherg.) Für die moderne Ausstellung

hatte Se. k. Hoheit der Prinz Philipp von Wiirtemberg die Güte, einige von den reich

geschnitzten Möbeln einzusenden, welche fir sein neues Palais in der Ringstrasse bestimmt

 sind. Diese Gegenstände, componirt vom Architekten Adam, ausgeüihrt vom Bildbauer

 Brandstßtter und Tischler Lauterböc k, zogen grosse Aufmerksamkeit auf sich

und verdienen sie besonders desshnlb, weil sie uns über die Leistungsfähigkeit der heutigen

Kunsttiscblerei, wenn ihr wie hier bedeutende Aufgaben gestellt werden, in Kenntnis: setzen_

(Ausstellung des llrn. Glani.) Aus der Kunstanstalt für Weberei und Stickerei

von Cnrl Giani in Wien sind im Museum eine grosse Anzahl sehr hübsch gearbeiteter

Btoße und Gewebe nur Ausstellung gelangt Herr Giani beobachtet bei seinen Expositionen

 den nachahmungswerthen Vorgang, auch der Künstler, welche die Zeichnungen seiner

Arbeiten anfertigen, Erwähnung zu thun. Dieser Vorgang ist nicht nur gerecht, insofern er
            
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