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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 3)

sq

sation; letztere war nur im Kataloge zu tinden. Das System, welches

dieser einschlug, war ein theoretisch begründetes, aber in der Praxis ist

es nicht durchgeführt worden. Die neun grossen Abtheilungen, nach

welchen der Katalog die modernen französischen Werke classilicirte, waren

bunt durcheinander geworfen.

Die 9 Classen der Ausstellung sind folgende:

a) Die Kunst iu ihrer Anwendung auf die Wohnung;

b) die Kunst in ihrer Anwendung auf innere Decoration der Wohnung

(Teppiche, Tapeten, Möbelstolfe u. s. f);

c) die Kunst in ihrer Anwendung auf Möbel;

d) die Kunst in ihrer Anwendung auf gewöhnliche Metalle:

e) die Kunst in ihrer Anwendung auf kostbare Metalle;

f) die Kunst in ihrer Anwendung auf Glas und Ceramik;

g) die Kunst in ihrer Anwendung auf Kleider und Stotfe;

h) die Kunst in ihrer Anwendung auf Gegenstände verschiedener Art

(Wagen, Spielkarten, Buchbinderarbeit u. s. f.);

i) endlich die Kunst in ihrer Anwendung auf Unterricht und Popularisation

 der Kunst durch Druckschriften n. s. f.

Jede einzelne der genannten Abtheilungen sollte mit Zeichnungen

und Modellen beginnen und mit ausgeführten Werken der höchsten Art

sehliessen. Ein Gang durch die schönen Räume des Palais de l'industrie

war hinreichend, uns zu überzeugen, dass das im Kataloge aufgestellte

System nur den Kreis der Kunstgewerbe bezeichnen sollte, welche in

diesen Theil der Anstellung aufgenommen wurden. Von einer sytematischen

Aufstellung der Gegensüinde war keine Rede. Bei dieser liess man sich

nur durch Riicksichten auf ein gefälliges Ensemble und eine zweckmassige

Plaxzirung leiten.

Einzelne Zweige der modernen französischen Kunstindustrie, wie die

ceramischen, insbesondere Fayenee, waren glänzend vertreten; andere, wie

Bnchbinderei, Farbendruck u. s. f., fehlten fast ganz. Ebenso fehlte die

kirchliche Kunst. Die hervorragendsten üanzösischen Vertreter derselben

halten sich von den Bestrebungen der Union neutrale ferne, während das

öster. Museum sich einer ausgiebigen und glänzenden Unterstützung von

Seite der Vertreter der religiösen Kunst und der Kirche zu erfreuen hat.

Die moderne Abtheilung der Ausstellung kann nur als ein halbgelungener

Versuch betrachtet werden. In hohem Grade gelungen hingegen war das

sogenannte Musäe rätrospeotif

Das Musäs rdtraspectif sollte etwas ähnliches sein, wie die berühmte

 Loan-Exhibition des S. Kensington-Museums im J. 1862. Sie soll

zugleich den Anstoss geben zur Gründung einer ähnlichen Anstalt in Paris,

wie es das Kensington-Musenm in London ist. Die Regienmg hielt sich

von dieser Ausstellung fast ganz ferne; Prinz Nspoleon stellte gar nicht

aus, der Kaiser nur seine Sammlung alter Waffen, fir welche auch zur

rechten Zeit ein trefflich gearbeiteter Katalog erschien.

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