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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 3)

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Die Aufstellung der kais. Waffen geschah ohne theatralischen Schmuck,

einfach und sehr zweckmässig. Bei solchen Aufstellungen handelt es sich

eben nur darum, dass die Waffen sichtbar gemacht werden, ohne dass der

Beschauer durch ungehöriges Beiwerk gestört wird. Die Watfensammlung

selbst enthält einzelne recht interessante Stücke, ist aber weder an Anzahl

noch an innerem Werthe im entferntesten mit dem zu vergleichen, was

im Besitze des österreichischen Hofes, in der Ambraser Sammlung, im

k. k. Arsenale vor der Belvederelinie, in Laxenburg, der k. k. Gewehrund

 Sattelkammer zu finden ist.

Das Musle rät-rospectijf vereinigte die Kunstfreunde von Paris fast

vollständig. Mit Ausnahme einzelner weniger waren gleich beim Beginne

der Ausstellung alle Amateurs in den oberen Räumen des Industriepalastes

zu finden; im letzten Augenblicke entschlossen sich noch Thiers und

Pereire, an der retrospectiven Ausstellung Theil zu nehmen, um in dem

glänzenden Kreise französischer Mlicenaten nicht zu fehlen. Freunde alter

Kunst verweisen wir auf die Berichte der Gazette des beaux-arts und den

Katalog, der für den grössten Theil der Besucher der Ausstellung leider

sehr spät an das Tageslicht zu treten scheint. Für die moderne französische

Kunstindustrie war diese Ausstellung von enormem Werthe. Man sah dort

mit einem Male alles vereinigt, was in einzelnen Privatsammlungen 0B:

schwer aufzusuchen ist. Der französische Kunsttechniker ist seit langer

Zeit her schon gewohnt, Arbeiten ähnlicher Art nicht als Curiositäten zu

betrachten, sondern als Mittel, den Kreis seiner Anschauungen zu erweitern,

seinen Geschmack zu bilden und auf diese Weise sich und die Nation zu

bereichern. Es gab wohl keinen Zweig der älteren französischen Kunstindustrie,

 der in dem Musäe räirospectzf nicht glänzend vertreten gewesen '

wäre. Aber auch nicht-französische Kunst, italienische Bronzen und Mosaiken,

 venetianisches Glas, antike Bronzen, orientalische Fayencen und

Gläser u. s. f. waren in überraschender Zahl und in schönen Exemplaren

zu finden. Das Verdienst, diese Abtheilung arrangirt zu haben, gehört in

erster Linie den Herren Emils Galichon, Louvrier de Lejolais,

Alfred Darcel, Albert Jacquemart und Baron de Monville.

Die Ausstellung des Mumie rätrospectif aber ist eine nur vorübergehende

 Institution und die französischen Kunstlreunde werden lange zu

arbeiten haben, bis sie es zu einer definitiven Organisation gebracht haben

werden, die im österr. Museum eine vollendete Thatsache geworden ist.

Denn das, was in Paris erst vorbereitet wird, ist im österr. Museum schon

durchgeführt; das, was auf diesem Felde angestrebt wird, bereits, so weites

 die Räumlichkeiten erlauben, erreicht. Das österr. Museum hat nach

dieser Seite hin eine viel breitere Basis als die Union (zentrale und eine

Praxis, die viel liberaler und gegen die Kronländer viel wohlwollender

ist, als es die Franzosen in Paris sein können oder vielleicht auch wollen.

Wir erwähnen dies vorzugsweise aus dem Grunde, weil einige Franzosen
            
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