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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

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voll noch des byzantinischen Ernstes und doch etwas Neues, das 
an Freiheit der Behandlung weit schon von der Christophorusiigur 
entfernt ist. 
Um auf einer breiteren Basis den Vergleich durchführen zu können, 
möchte ich noch einige Beispiele der Skulptur anführen, die mit den drei 
erstgenannten Werken in enger Verwandtschaft stehen. Ein Relief (Madonna 
mit dem Kinde auf einem Throne zwischen den Heiligen Petrus und Paulus 
sitzend), an der Außenseite von San Polo in Venedig eingemauert (Abb. 8), 
nähert sich, was die Kopftypen anbelangt, stark an die Bischofsfigur des 
Seminario patriarcale. Dasselbe gilt für die überlebensgroße Figur des heiligen 
Ermolaus (Abb. g), die in einem Durchgang bei San Simeone grande in die 
Mauer eingelassen ist. Und schließlich zu dieser Kunstgruppe gehören auch 
die Figuren an dem Grabmonument des im jahre 1328 verstorbenen Dogen 
Giovanni Soranzo im Baptisterium von San Marco (Abb. Io). Eine ältere 
Phase der Entwicklung, stilistisch zwischen dem heiligen Christophorus und 
dem heiligen Donatus stehend, bedeutet hingegen eine Madonna im Museo 
Concordese in Portogruaro, mit der Jahreszahl 1314. "' 
Behalten wir diese Skulpturen im Auge und vergleichen wir sie mit den 
Figuren unserer Pala, so wird uns sofort klar: ' 
x. daß unsere Figuren mit jener vom heiligen Christophorus repräsen- 
tierten Entwicklungsstufe nichts stilistisch Gemeinsames haben; 
' Abgebildet bei Gabelentz; a. a. O. S. 155. 
Abb. xo. Venedig, San Marco: Grabmal des Dogen Giovanni Soranzo, um X328 

	        
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