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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

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trifft, die bei allem Reichtum durch ein gewisses Kunterbunt nur verwirren konnten. Die

Bauaufgaben werden vergegenwärtigt an den verschiedenen Gruppen, die die Industrie

bietet (Fabriken, Speicher, Silos), die der Handel bietet (Geschäfts- und Warenhäuser), die

Staat und Kommunen bieten (Bahnhöfe, Schulen etc.). Als Baumaterialien, die auf die

Stilgestaltung einen bestimmenden EinfiuB ausüben, kommen besonders in Betracht das

Eisen und der Eisenbeton.

An zahlreichen Beispielen wird die künstlerische Verwendung des Eisens demonstriert:

an eisernen Gerüsten, Hallen, Türmen und Brücken. Der Vergleich zeigt, daß erst durch

das energische Eingreifen der Künstler, eines Peter Behrens und anderer, der an sich spröde

Baustoff künstlerische Form gewinnt. Besonders an Brücken und Bahnsteighallen verfolgt

man die stets wachsende künstlerische Gestaltung des Eisens, die vor allem dadurch

gewonnen wird, daß man die aufgelösten und netzartig wirkenden Konstruktionen durch

Vollwandigkeit zu Massen zusammenschließt. Der Eisenbeton steckt in seiner künstlerischen

Ausdrucksform noch in den Anfängen; man spürt überall ein unsicheres, ungewisses

Tasten. Was einem imponiert, das sind die ungeheuren Spannungen, die dieser Baustoff

mit Leichtigkeit bewältigt. Eine Ausstellung nach Ablauf eines weiteren Jahrzehnts wird

hier sicher neue künstlerische Aufschlüsse geben. Im einzelnen kann an dieser Stelle auf

das reichhaltige Material der Ausstellung nicht eingegangen werden; ziemlich alles, was in

Deutschland an wertvollen und schöpferischen Bauten in den letzten Jahren geleistet

wurde, ist auf der Ausstellung zu sehen. Es genügt, auf die leitenden Gedanken des

Arrangements hinzuweisen, um den Begriff und die Bedeutung der Ausstellung zu vermitteln.

 Von künstlerischen Persönlichkeiten, in deren Schöpfungen sich der neue Stil

vorbereitet, treten in den Vordergrund: Peter Behrens, dessen Industriebauten und Verwaltungsgebäuden

 ein eigener Raum gewidmet ist; Wilhelm Kreis, der an einer Reihe

großzügiger Entwürfe zu Warenhäusern sein neuklassisches Stilideal dokumentiert und im

Gegensatz zu Messels einseitigem Vertikalismus einen Ausgleich vertikaler und horizontaler

Kräfte anbahnt; Hans Pölzig, der großzügige und raumklare Industriebauten verführt;

Fritz Schuhmacher, dessen Hamburger Schulen eine anmutige Lösung dieser Bauaufgabe

darstellen und schließlich Paul Bonatz, dessen Entwürfe zum Stuttgarter Bahnhof eine

neue reine, zeitgemäße Monumentalität, sachliche Strenge mit künstlerischem Reichtum,

anstreben. Aus Anlaß der Ausstellung ist eine Begleitschrift erschienen, deren literarischer

Wert nicht nur lokale und vorübergehende Bedeutung besitzt. Abgesehen von allgemeinen

und kunstpädagogischen Aufsätzen erhält besonders der ausführliche Katalog durch

didaktische Erläuterungen seinen Wert. W. F. Storck

ARISER AUSSTELLUNGEN. Die jährliche Ausstellung der „Societe des

Aquarellistes Francais" wurde Ende Jänner bei Georges Petit eröffnet. Diese Gesellschaft

 umfaßt eine Gruppe auserlesener Künstler, und das Durchschnittsniveau der ausgestellten

 Arbeiten ist infolgedessen als ein sehr gutes zu bezeichnen. Der veraltete Begriff

von der Minderwertigkeit der Aquarelltechnik im Vergleiche zur Olmalerei ist nunmehr

gründlich abgetan.

Wieder ist es Antoine Calbet, der hier die meisten (zum mindesten praktischen)

Erfolge erntet. Man reißt sich um seine Bilder, von denen die Mehrzahl gleich mit dem

Zettel „vendu" (verkauft) geschmückt wird. Über seine glänzenden Eigenschaften in

Farbe, Zeichnung und jenen „Schick", der in der scheinbaren Leichtigkeit dieser virtuosen

Pinselführung liegt, habe ich meinen Ansichten hier schon zu wiederholten Malen Ausdruck

verliehen. Der Künstler hat diesmal für seine Bilder größere Dimensionen gewählt; ein

strenger Kritiker würde da und dort etwas Schleuderhaftes auszusetzen haben, was in den

früheren Arbeiten nicht der Fall war und wahrscheinlich in der Überproduktion liegt, zu

welcher Calbet durch seine Erfolge verleitet wird.

Allgemeines Interesse erwecken und verdienen auch die fünf Kriegsbilder, welche

der Maler Georges Scott von seinem Aufenthalt in den Balkanländern mitgebracht hat.
            
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