MAK

Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 4)

die speziell für Frühstücksservice erfunden 
wurden. Schon unter den aus der Zeit Gotz- 
kowskys erhaltenen finden wir gerippte Kaffee- 
service, eine Gattung, die später mehrfach 
variiert wurde und gewöhnlich einen Dekor 
in Blaumalerei erhielt. In einer Reihe von 
Varianten erscheinen auch die reizvollen, mit 
Reliefzierat versehenen Frühstücksgeschirre, 
deren farbiger Dekor bald in Amoretten, die 
auf Wolken schweben, einfarbig in Ponceau- 
oder Eisenrot ausgeführt, bald in schwarzen 
holländischen Bauernfiguren, Schäferstücken 
und so weiter besteht, wie denn überhaupt in 
der Bemalung große Vielseitigkeit herrscht 
und Vögel, jagdtiere, Schafherden, Chinesen, 
verkleidete Affen, Früchte, Blumen und Ve- 
duten sowohl in bunten Farben als auch ein- 
farbig auf- 
treten. Viele 
von diesen 
Servicenge- 
hören zum 
Besten,was 
die europäi- 
sche Porzel- 
lanmanufak- 
tur dersech- 
ziger Jahre 
überhaupt 
hervorgebracht hat. Das hier abgebildete 
Dejeuner aus dem Teezimmer des Pots- 
damer Stadtschlosses ist ein Phantasie- 
stück, dem das Motiv des Frühstücks- 
services eigentlich nur zum künstlerischen 
Vorwande dient. Auf einem Untersatz mit 
Rocaillen stehen Einsatzgitter, Deckel- 
tassen in Form von flammenden Herzen, 
die von Bändern umwunden sind, deren 
Schleifen die Henkel bilden, und zur Seite 
sind Amors Köcher und Fackel, von Rosen 
umgeben, als plastische Zier angebracht. 
Während dieses Modell den französischen 
Einfluß stark betont, sind zwei andere, 
Vase mit Punenbacchanal, um 1780 
 
Weimar-Vase mit dem Bildnis der Prinzessin 
Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, Mo- 
anx von J. o. man", 17a; eines mit schwebenden Kinderliguren, das
	        
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