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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 4)

Wilhelms III. und eine Lampe nach einem im Musterbuche von Percier und

Fontaine befindlichen Entwurfe, geben Zeugnis von den besseren Leistungen

der Fabrik unter der Herrschaft des Empirestiles, zu denen auch jenes

Eiserne-Kreuz-Service und jene Prunkvasen gehören, die im verflossenen

Sommer in Breslau ausgestellt waren, und von denen einige kürzlich in

dieser Zeitschrift reproduziert wurden. Waren früher schon die Beziehungen

Berlins zur Wiener Fabrik nicht ohne Bedeutung für beide Teile, so wurden

sie in der Zeit, in der Wien unter Sorgenthal eine führende Stellung errungen

hatte sowie in der darauf folgenden Periode besonders lebhaft. Im Herbste

1803 war Rosenstiel, der Direktor der Berliner Porzellanfabrik, in Wien, um

sich über die Leistungen der Wiener Fabrik zu informieren. Bei diesem

Anlasse befragte ihn Sorgenthal um seine Erfahrungen mit den seit vier

Jahren in seiner Fabrik funktionierenden Dampfmaschinen und veranlaßte

die Absendung eines Technikers nach Berlin, der dort die nötigen Vorstudien

für Aufstellung ähnlicher Maschinen in Wien machen sollte. 1826 weilte der

Arkanistenadjunkt Leithner zu Studienzwecken in Berlin. In einer Preisliste

aus dem Anfange der fünfziger Jahre ist eine bestimmte Tassenform, die

gegenwärtig im Antiquitätenhandel als Wannenform bekannt ist, als Berliner

Form bezeichnet. Auch sonst

lassen sich hinsichtlich der Form

wie des Dekors schon im letzten

Drittel des XVIII. ]ahrhunderts

Beziehungen zwischen Wien und

Berlin nachweisen.

Gegen Ende des Jahrhunderts

 entwarfen sowohl Genelli

wie Schadow Modelle für die

Fabrik, deren künstlerische Bedeutung

 uns heute wieder vollkommen

 verständlich geworden

ist. Von 1804 bis 1820 war der

Bildhauer und Medailleur Leon- V

hard Posch, ein Tiroler, mit anerkanntem

 Erfolg an der Fabrik

tätig. Er modellierte zahlreiche

Reliefporträte und stand im Range

 eines akademischen Künstlers.

 Als Nachfolger Müllers war

bis 1835 Riese Modellmeister,

seine Biskuitgruppe, Friedrich

den Großen beim Ballspiel mit

dem kleinen Friedrich Wilhelm

darstellend, ist in seiner genrehaften

 Lebendigkeit ein Oft Zitief- Kindergruppe, Modell von Frilzsche


            
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