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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 4)

gepflegte Porträtplastik sowohl im Relief sowie im Rundbilde. „Direktor 
Grieninger im Kreise seiner Familie", Müllers Selbstbildnis, das Bildnis 
seiner Frau, zahlreiche Fürstenporträte, die Büste Voltaires, und manches 
andere gehört vermöge der weichen, breiten Art der Modellierung und des 
kraftvollen Wirklichkeitsempfindens zum Besten, was die Berliner figurale 
Porzellanplastik hervorgebracht hat. 
Mehr Aufmerksamkeit noch als der Figurenplastik wendete der König 
dem Tafelgeschirr zu. Hauptsächlich auf Grund dieser Erzeugnisse sollte die 
Manufaktur, die er keineswegs als Luxusinstitut betrachtete, ein ertrag- 
fähiges Unternehmen sein. Berlin trat zunächst ganz in die Fußstapfen 
 
Katfeeservice mit fliegenden Kindern, um 1764 
Meißens. Nicht allein die Muster, auch ihre Bezeichnung, wie: Brandenstein, 
Neubrandenstein, Osier, Neu-Osier und so weiter blieben dieselben. Das in 
den Jahren 1765 und 1766 angefertigte Rokoko-Tafelservice „Reliefzierat", 
für das Neue Palais in Potsdam bestimmt, wird nicht mit Unrecht als das 
schönste deutsche Rokokoservice bezeichnet. Gleichzeitig entstand gleich- 
falls für Potsdam das „Grüne Tafelservice". Es ist ebenso wie mehrere andere, 
wie etwa die für den Markgrafen von Ansbach, für den Fürsten Wenzel von 
Liechtenstein in Wien etc. dem erstgenannten Service sehr ähnlich. 
In die Jahre 1767 bis 177i fallen die nach dem Modell „Antik-Zierat" 
in drei Varianten ausgeführten Service, und zwar das blaue, rote und gelbe. 
Das blaue wurde für das Breslauer königliche Palais ausgeführt. Der Dekor 
ist hier wesentlich vereinfacht, die Mosaikfelder des Randes sind schmal 
und in die Länge gezogen und werden nach außen von einem Bündelstab,
	        
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