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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

Erinnerung an den Kreis der Ritter von Bogen, aber weitere Schlüsse sind 
unzulässig. Technisch von einer Sachlichkeit und Genauigkeit, die keine 
Schnalle, keine Schuppe, keinen Lederbesatz, nicht einmal die Augen- 
wimpern vergäße oder darüber im unklaren ließe, ist die Gestalt in der 
kraftlosen Stellung der Beine, in der fast symmetrischen Spitzwinkel- 
beugung der Arme von einer auffallenden Unbeholfenheit, die sich auch 
in dem unausgeglichenen Verhältnis von Ritter, Wappenschild, Helm und 
Kleinod offenbart und vielleicht gerade in dem Versuch des Künstlers, 
Abb. g. Von der Deckplatle des Stiftergnbmals in der Klosterkirche von Oberaltaich 
ihm Unmögliches zu lösen, erst recht unser Auge auf sich zieht (Abb. 12). 
Bei allen Mängeln empfindet man, es war ein ernster Künstler, der das 
Werk schuf; am eindringlichsten lehrt es das Antlitz des Toten, die ein- 
gefallenen Wangen und Schläfen, die tief in die Höhlen versunkenen Augen, 
die knöcherne Stirn. Das alles ist mit offenem Blick gesehen, wenn auch 
nicht als Einheit zusammengezogen und bezwungen. 
Wie schon berührt, ist das Werk durchaus singulär im niederbayrischen 
Donautal, und ich kenne nur ein Werk, -den Grabstein desAlbertvonNothafft, 
gestorben 1380, in Köblitz im oberpfälzischen Bezirksamt Nabburg" - das 
in dem Gegensatz mangelhafter Beherrschung des menschlichen Organismus 
" Abbildung in den "Kunstdenkmälem des Königreichs Bayern", II. Bd., Oberpfalz und Regensburg, 
Heft XVIII, S. G4.
	        
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