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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

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Die außerordentlich rege und fruchtbare Tätigkeit der Straubinger

Steinmetzschule unter der Führung Meister Erharts setzte sich auch noch

bis in das XVI. Jahrhundert fort. Unter seinem Einiiuß steht unter anderem

unverkennbar der Grabstein des 1498 verstorbenen Steffan Süß, seiner

Hausfrau Margarethe, gestorben 1505, und ihrer vierzehn Kinder (Abb. 50).

Zu ihnen zählte auch der Geistliche Stephan Süß, der x53! starb, aber

wohl schon unmittelbar nach dem Tode

seiner Mutter den Stein fertigen ließ, der

in der Totenkapelle auf dem St. Petersmaler

 und Conrad pilldmacher. 4. Im Straubinger Steuerbuch

 von 1502 (Straubinger Stadtarchivyjjoerg sniczer

vinck pildschniczer. Die schon oben erwähnten Berchtold

rnaler, Annder Zauner maler, Wolfgang maler, l-Ianns maler

und ruprecht malerin. Nach der Bavaria I (1860), S. 976.

findet man „in Straubing auf Grahmälern die Namen der

Meister Haimeran, gestorben 1475, Linhard Kruckenberger.

Ioerg Sperl und Hanne Egelsee (r437)". Nach gütiger Mitteilung

 des Herrn Landgerichtsrates Franz Ebner in Straubing

 können jedoch die drei Letztgenannten auf Grund der

Grabsteine an der Agnes-Bemauer-Kapelle, in St. jakob

und in der Totenkapelle bei St. Peter nicht als Meister

angesprochen werden, da jede nähere Bezeichnung "stainmecz"

 oder „sniczer" fehlt. Beijoerg Sperl und Hanns Egelsee

 scheinen als Meisterzeichen angesprochene Hausmarken

auf den Steinen zu der falschen Annahme verführt zu haben.

Der Grabstein des Meisters Haimeran steht in der Totenkapelle

 des St. Petersfriedhofes. Er trägt die Inschrift: anno

dir-i mcccclxxv acht tag vor martiny tag starb dy erberg fraw

katrey maister haimeran stainmeczen - maiste' hai-eran.

Zwei kleine Bildfelder zeigen in primitiven Reliefs oben Frau

Kathrein am Webstuhl, unten zwei gekreuzte Spitzhacken

oder Beile mit einer Säge und darunter ein Meisterzeichen

ähnlich einem Majuskel-A ohne Querbalken. Das Todesdatum

 r475 bezieht sich also nicht, wie die „BavarisW

(s. o.) annimmt, auf Meister Haimeran selbst, sondern auf

seine Frau. Im Schiitzenbruderschaftshuch von 1452 bis r573

heißt es maister haymeran - margret sein hawsfraw mit

dem doppelten Vermerk: „tod". Danach war also Maister

Haymeran zweimal verheiratet. Über den_Grabstein vgl.

Ph. M. Halm, Volkstümliche Darstellungen auf spätmittelelterlichen

 Grabsteinen in „Bayerischer Heimatschutz",

herausgegeben vom Bayrischen Verein für Volkskunst und

Volkskunde in München rgrz, S. 41. Meine Vermutung,

daß Meister Heimeran identisch sei mit dem Zimmermann Äbb- 50- GfilbSlliß d" Familie Süß in d"

Heimeran der Münchener Frauenldrche, der aus Straubing Totenknpelle des Friedhofes von St. Peter zu

gen München gekommen und am Allerheiligenabend 147a au! Straubing

10 ]ahre in der Stadt Dienst getreten ist, findet. wie Herr Dr.

Sollereder am K. Allgemeinen Reichsarchiv demnächst archivalisch belegen wird, Bestätigung. - Herr Landgerichtsrat

 Ebner hatte die Liebenswürdigkeit, mir noch eine Notiz zur Verfügung zu stellen, wonach sich

in dem 1886 abgebrochenen Vorbau des Südportals von_St. Peter ein Stein mit der Inschrift befand: "Anno dön

15 . . starb der erber maister petter mosmaier an . . .". Nach dem Zeichen des Wappenschildes, das ähnlich wie

das des Meisters Haimeran zwei gekreuzte Hacken oder Beile über einer Säge und außerdem zwei Winkel

darstellt, war Peter Mosmaier wohl Zimmermann. Der Stein ist verschwunden. - Herrn Franz Wolter in

München verdanke ich die Nachricht, daß ein joerg Probst von Straubing eine Zeitlang in Wiener-Neustadt

gearbeitet habe. Er sei Schüler Hans Stettheimers von Burghausen, des Erbauers von St. Martin in Landshut.

und auch Steinmetz gewesen, habe die Pfarrkirche zu Straubing begonnen und in Hall und Ötting gearbeitet.

Ferner habe sich Peter von Pusica, ein sicherlich bedeutender Steinmetz und Baumeister, wahrscheinlich

ebenfalls in Straubing, wenn auch nur vorübergehend, aufgehalten; er sei r475 gestorben. - Vgl. auch

Anmerkung S. 285.
            
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