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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

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und der helle grüne Kalbledereinband mit reicher Goldpressung steigern 
den heiteren, sympathischen Eindruck. 
Mit schwerem Ernst tritt dagegen Grillparzers Buch in dem von 
Professor Hoffmann bestimmten Gewand auf. Die schwarzen Vorsatz- 
blätter, die kräftige schwarz-weiße Rahmung jeder Seite und die satte Schrift 
Professor Maders wirken mit den zahlreichen Initialen zu einem gediegenen, 
ernsten Gesamtbild zusammen. Der gelbe Saffian des Einbandes macht das 
Ganze festlich. 
Professor Maders Schrift nähert sich einerseits der reinen Schreibschrift 
um so mehr, als sie sich andrerseits von der Fraktur entfernt; sie sucht eine 
größere Selbständigkeit, wie es jene ersten Versuche zur Verbesserung der 
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Ferdinand Raimund. Der Verschwender. Schrift von M. Schmid, Buchaussxattung von 
Kolo Moser 
 
Drucktypen taten, die in Deutschland von Künstlern wie Eckmann, Behrens 
und andern gemacht wurden. Damit tritt sie von der Aussicht auf größere Ver- 
breitung freiwillig zurück; diese winkt immer nur den konservativeren Typen. 
In dem kräftigen Rahmen Hoffmannscher Zierleisten wirkt sie einheitlich. 
Man freut sich des ruhigen Bildes der Seite, empfindet aber weit weniger 
Neigung, auch den Text wirklich zu lesen. Hier drängt die Ornamentfreude, 
der Flächenschmuck den praktischen Buchzweck zurück. 
Noch weiter in das Gebiet des Buchschmuckes führt Professor Mosers 
Ausstattung des „Verschwenders". Hier ist dem Linienspiel der Rahmung, 
der freien Verteilung der Textflächen, begünstigt durch die Bedürfnisse des 
Theaterstückes, eine größere Rolle zugewiesen. Die Frakturtypen des 
Fräulein Schmid haben jene Zierlichkeit und Formenfreude, welche wohl dem 
Detail reiche Abwechslung gibt, aber zugleich auch der Schrift einen betonten 
Selbstzweck verleiht. Sie wird zum Ornament, ohne vor dem Text zurück- 
zutreten, sondern in Konkurrenz mit diesem. So wirkt der Buchkünstler als
	        
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