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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

Dienste der Hospitalsverwaltung des Klosters Haina getreten war. Seinen 
Rang als Bildhauer bezeugt das Bronzeepitaph für Christine von Sachsen, 
Gemahlin Philipps des Großrnütigen, Landgrafen von Hessen, in der Martins- 
kirche zu Cassel (Fig. 34). Der Künstler hat sein Werk genau bezeichnet: 
„Geschniden von Philipp Soldan, Bilthauwer zum Frankenberg in den 
Geber-Hessen. Anno domini 1550." Soldan stammt aus dem unweit Haina 
gelegenen Frankenberg, wo er oder sein Vater gleichen Vornamens an 
'den Erkern des Rathauses die Kopfbänder und Balkenköpfe mit hocken- 
den Schalksnarren ausführte und mit dem Monogramm PS zeichnete. 
Desgleichen sind die schönen Balkenköpfe der Emporen der Franken- 
berger Pfarrkirche aus seiner Werkstatt im ]ahre 1527 hervorgegangen. 
Um 1540 begann Soldan Modelle für Gußhütten des Klosters I-Iaina zu 
schneiden. Als äl- 
testes Modell gilt 
die große Kreuzi- 
gung mit den bei- 
geordneten Sze- 
nen des Sünden- 
falles, der Anbe- 
tung der Schlan- 
ge, Christus in 
der Unterwelt und 
Christi Auferste- 
hung, darüber im 
doppelt gerahm- 
ten Rundschild die 
Namen des Hüt- 
tenmeisters Peter 
von Rolshusen, 
des F ormers Churt 
aus Usseln und 
desGießersSchar- 
pe aus Schwalefed 
in Hessen. Den 
Charakter der Sol- 
danschenEntwür- 
fe zeigt uns am 
besten eine in der 
Sammlungdeshes- 
sischenGeschichts- 
vereines zu Mar- 
burg befindliche 
große Platte, wel- 
Fig. 35. Gußplatle vom Ofen auf Schloß Spangenberg. Meister Philipp Soldan. 
aus der Schmelzhütte zu Haina in Hessen (im Besitze des Geschichlsvereines zu 
che ehemals die Marburg)
	        
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