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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

1".)

größtem Luxus; einige reich mit Diamanten, farbigen Edelsteinen und Emails

besetzte Dosen herrlichster Arbeit, im Besitz des Großherzogs von Hessen,

eine kleine, ähnlich behandelte Prunkuhr von graziösem Urnriß der

Rokokoformen, dem Herzog von Anhalt-Dessau gehörig, und einige Dosen

mit Emailmalereien von Chodowieckis Hand, bei Ostermann in Darmstadt,

bilden die Hauptstücke auf der Ausstellung. Es ist kaum notwendig, auf die

Besonderheit ihrer Behandlung hinzuweisen: Die spielende Grazie und

Heiterkeit und das rein Ornamentale, das sich da, wo es der Zweck erlaubt,

in einem unregelmäßig, aber rhythmisch höchst verfeinerten Umriß kundgibt,

das gewissermaßen die Dynamik des Barock verweiblicht und aus dem



jahrhundertausstellung in Darmstadt. Rosenwasserkanne mit Becken, Augsburg, Meister G. S.,

176i bis 1763 (Großherzog von Mecklenburg-Strelitz). Phot. Schröder, Berlin

Ernst seiner Kraftanstrengung ein köstliches Spiel gestaltet; oder das sich,

bei beruhigterer und häufig schlichter Grundform, in einem Kontrast glatter

Flächen und bewegtester Randornarnentik gefällt. In der Goldschmiedekunst

des XVIII. Jahrhunderts erlebt das getriebene und ziselierte Rocailleornarnent

 eine denkbare Verfeinerung und Beseelung und findet in einem

wahren Rausch von aufwogenden Formen abstrakter Herkunft das Leben

selber. Auch hier marschieren die Augsburger Dosen, Becher, Kannen und

Becken an der Spitze, Meister, wie Adam, der anonyme G. S., Dammann,

Drentwet sind in der Ausführung jener graziösen und glänzenden Luxusartikel

 allen füberlegen. Das umfangreichste Werk, die 1743 bis 1745 für

Schenk von Staufenberg geschaffene Reisetoilette mit ihren 42 Einzelstücken

(für eine Person) in einem ungeheuren kofferartigen Etui, ist Augsburger

Arbeit, bei der die Drentwet, Engelbrecht, Bruglocher und andere mit-
            
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