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Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

Kamin in der k. k. Geologischen Reichsanstalt (ehemals Palais Rasumofsky) 
in Wien 
schmiedekunst gelangt 
durch die Einlösungs- 
patente, welche in den 
Tagen der Not so 
viel altes heimisches 
Kunstgut vernichteten, 
zu neuem Aufschwung 
und bildet sich einen 
zeitgemäßen Material- 
stil. I-Iormayrberichtet, 
daß im Jahre 1823 in 
Wien 317 Gold- und 
Silberarbeiter existier- 
ten, ungefähr doppelt 
soviel als heute.Welche 
hohe Stellung sie vom 
Mittelalter bis zur Mit- 
te des XIX. Jahrhun- 
derts eingenommen hat, 
ist an dieser Stelle 
wiederholt erörtert worden," und Slokar („Geschichte der österreichischen 
Industrie und ihrer Förderung unter Kaiser Franz L", Wien 1914) irrt, 
wenn er sagt, daß die Goldarbeiter vor 1800 wenig Nennenswertes geleistet 
haben und daß sich die Silberwarenerzeugung in den ersten Jahrzehnten 
des XIX. Jahrhunderts in stagnierendem Zustande befand. Gerade das 
Gegenteil war der Fall. Und auch die Juwelierarbeiten nahmen von 1810 
bis 1835 einen hohen Rang ein; „selbst die Rosetten-Arbeit, in welcher 
sonst Petersburg den Vorzug hatte, ist", wie die Österreichische National- 
": Vgl. Kunst und Kunsthandwerk, Jahrgang VII. (E. Leisching, Zur Geschichte der Wiener Gold- und 
Silberschmiedekunsi) und X. (Leisching, Die Ausstellung von alten Gold- und Silberschrniedearheiten im k. k. Öster- 
reichischen Museum"). 
Detail vom Palais Palffy in der Wallnerstraße in Wien, von Karl R. von Moreau
	        
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