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Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

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Jacquardmaschine einführten, und Mascot und d'Albini, welche aus Bologna 
das lange gehütete Geheimnis der Krepperzeugung nach Wien überbringen, 
und der weiter unten genannte Arthaber sind achtunggebietende Persönlich- 
keiten. 
Kein Zufall war es, daß gerade dort, wo Hornbostel, Mestrozi und viele 
Genossen aus einer kleinen Vorstadt den sprichwörtlichen Brillantengrund 
geschaffen hatten, inmitten der Kriegswirren das berühmteste und glanzvollste 
Vergnügungslokal Wiens, der Apollosaal, entstanden ist (eröffnet am 
I0. Januar 1808). Und sehr bezeichnend ist es auch, daß der Erbauer und 
 
Haus am Franzensplatz in Graz 
Unternehmer dieses Etablissements, das Kaiser Franz 1810 besuchte und 
das während des Wiener Kongresses Mittelpunkt vieler Festlichkeiten 
war, ein Armeelieferant, Siegrnund Wolffsohn, Erzeuger chirurgischer 
Instrumente und Verbandstücke für die Armeen Österreichs und seiner 
Bundesgenossen, gewesen ist. Das beim Silberschmied Kaspar Haas (Meister 
seit 1801) für den Apollosaal angefertigte Service hat angeblich 600.000 Gulden 
gekostet. . 
Ein wichtiger Zweig der heimischen Textilindustrie war auch die Schal- 
fabrikation, welche zur Zeit des Kongresses einen besonders hohen Auf- 
schwung in Wien nahm. Man verwendete hierzu feine Merinowolle und 
tibetanische Gespinste und verstand es bald, so gute Gewebe in ansprechenden 
Mustern herzustellen, daß den englischen und französischen Erzeugnissen 
erfolgreich Konkurrenz gemacht werden konnte. Um 1830 waren die hervor-
	        
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