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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

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Schlichtheit so weit von der Großrnannssucht der Epoche des volkswirtschaftlichen

 Aufschwungs entfernt sind. Ließ man einzelne Erscheinungen der

Malerei jener Tage auch gelten, so ist doch der bedeutendste Vertreter der

Romantik in Österreich, Führich, in seinen späteren Tagen wie ein Fremdling

behandelt worden, und Waldmüller mußte erst wieder entdeckt werden.

Knapp vor der jahrhundertwende

 lenkte erst eine

Veranstaltung des Österreichischen

 Museums, die

Wiener Kongreßausstellung(18g6"'),Aufmerksam-



 und Sammeleifer weiter

 Kreise wieder auf die

Überlieferungen jenerZeit;

nicht minder die Schubert-Ausstellung

 (1897)

und dann die Miniaturen-Ausstellung

 (1905), welche

 so überraschende

Erkenntnisse über die

Leistungsfähigkeit Österreichs

 auf diesem Gebiete

des künstlerischen Schaffens

 vermittelt hat?" Noch

vor 25 Jahren stand das

Wiener Porzellan der Sorgenthalschen

 Epoche tief

im Preise, Alt-Wiener Silber

 wurde um den Metallwert

 abgegeben. Im Jahre

187g erzielte die früheste

Miniatur Fügers nur einen

Preis von 25 Gulden, und

andere seiner Kleinbildnisse

 wurden in Partien,

das Stück zu einem Gulden,

 verlizitiert. Alte feuervergoldete

 Bronzen und ganze Zimmereinrichtungen wurden zu Preisen

verschleudert, welche man heute_für einen schlichten Papier- oder Nähkorb

im Biedermeierstil bezahlt. Die Schätzung kunsthandwerklicher Dinge und

von Bildern aus der Franziszeischen Epoche hat sich also gehoben, ja es

"' Vgl. Katalog dieser Ausstellung (5 Auflagen) mit Einleitung von E. Guglia und E. Leisching; sowie:

E. Leisching, Der Wiener Kongreß, Kulturgeschichte, die bildenden Künste und das Kunstgewerbe etc. in der Zeit

von xBoo bis 1825 (Wien, Anaria 1898).

"' Vgl. E. Leisching, Die Bildnisminiatur in Österreich von 1750 bis 1850 (Wien, Anaria xgo7).

Ehemaliges Palais Liechtenstein in der l-Xerrengasse in Wien, von Josef

Hardtmuth
            
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