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Kraushaar und dem aufgeworfenen
Mund. Es ist aber nicht nur
das rein Formale, was sich an
beiden Werken deckt, sondern
auch das Technische, die eigenartig
persönliche Führung des
Schnitzmessers, die die Formen
schuf.
Betrachten wir noch einmal
die Schreinfiguren, in erster Linie
die heilige Barbara! Die neue
Zeit spricht aus ihr. Die elegische
oder lyrische Stimmung der Heiligen
von ehedem mit ihren zarten
Gliedern und den verträumten
Sinnen hat dem Pathos Platz gemacht;
schwer lastend ruht die
Gestalt auf der breiten Schritt-Stellung
der Beine, und massige
Falten betonen die kraftvollen
Körperformen.
Den gleichen Habitus weisen
nun noch zwei Madonnenfiguren
auf, von denen sich die
eine, kleinere, im Germanischen
Nationalmuseum zu Nürnberg
(Abb. 6),": die andere größere in
der Sammlung Seiner Exzellenz
des Grafen ,I-Ians Wilczek in
Wien (Abb. 7)" befindetjosephi
hält die Nürnberger Figur für
bayerisch, eine Anschauung, die
ich ursprünglich selber hegte, indem
ich glaubte, sie etwa der
Chiemgau-Gruppe oder dem unteren
Inntal zuweisen zu sollen.
Die stilistische Zusammengehörigkeit
dieser Figur mit der der
Sammlung Wilczek habe ich
schon früher festgestellt, unter
Ablehnung der Zuweisung dieser
letzteren an die fränkische
Abb. u. Rechter Flügel des Barbara-Altars in der Knappschaftskapelle
zu Gossensaß
' Walter Josephi, Die Werke plastischer Kunst im Genn. Museum in Nürnberg. Nürnberg, xgro, Nr. 402.
4'" julius Leisching, Figurale Holzplastik, Wien, l (rgoB), Tafel V, Nr. ro.