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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 10)

durch Elhafen angenommen wird (vergleiche den Artikel von Christian

Scherer in Thieme-Beckers Künstler-Lexikon). Vier Lindenholzreliefs im

Wiener Hofmuseum, etwas größer als die Linzer Reliefs, mit Szenen aus dem

Zuge Karls V. gegen Tunis, sind gleichfalls stilistisch mit unseren Darstellungen

 aus dem Leben Karls V. verwandt. Auch bei ihnen erinnert

julius von Schlosser an den Stil von Colins Reliefbildern von 1566 am Max-Grabe

 in Innsbruck.

Sicher noch dem XVI. Jahrhundert gehört die Buchsstatuette jesu als

Schmerzensmann an, die den Heiland dornengekrönt und mit gerungenen

Händen auf einer rasigen Bodenerhöhung sitzend zeigt (Höhe 16 Zentimeter).

Die peinlich genaue Wiedergabe der Einzelheiten desim Kontrapostbewegten

Körpers und vor allem die subtile Behandlung des Bartes machen den

deutschen Ursprung der Arbeit sicher (Abb. 16). Sie wurde 1836 von einem

regulierten Chorherrn von St. Florian dem Museum gespendet, gehörte also

ursprünglich einer jener privaten Kunstsammlungen

geistlicher Herren der Biedermeierzeit an, die Eduard

Mörike in seinem „Besuch in der Kartause" so anmutig

geschildert hat:

„Nach dem Kaffee schloß unser wohlgelaunter Wirt

Sein Raritätenkästchen auf, Bildschnitzerefn

Enthaltend, alte Münzen, Gemmen und so fort,

Geweihtes und Profanes ohne Unterschied:

Ein heiliger Sebastian in Elfenbein,

Desgleichen Sankt Laurentius mit seinem Rost

Verschmähten nicht als Nachbarin Andromeda,

Nackt an den Fels geschmiedet, trefflich schön inBuchs."

Viel freier und malerischer ist die Behandlung des

Buchsreliefs mit der „Pietäß, das der Landrat Anton

Ritter von Spaun, der Freund Schwinds und der eigentliche

 Begründer des Linzer Museums, 1836 diesem gespendet

 hat (Abb. 17). Die obere Hälfte der Darstellung,

die Gebärde Mariens, die zu sagen scheint: dies ist

alles, was mir von ihm geblieben ist, hängt noch

mit Michelangelos berühmter Komposition zusammen,

während das Motiv des Heruntergleitens des Leichnams

vomSchoße der Mutter jenerweitverbreiteten Pietäkomposition

 wesentlich ist, über die Kurt Rathe in den

„Graphischen Künsten" (1914, Beilage, Seite 10) jüngst

geschrieben hat. Auch in dem strengeren Beibehalten

der Dreieckskomposition steht das Linzer Buchsrelief

dem älteren Vorbilde näher, während der links ein-Abb.

 .

HeiligerSebastnigmLinden- gefügte Engel, der die durchbohrte Rechte Christi dem

holz, bemalt (von einem ' ' ' -- -

barocken um" Hausab Beschauer Mitleid heischend entgegenhalt, eine charaktärchen)

 teristische Zutat des Barockstils ist. Auch der Hinter-
            
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