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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 10)

"f"!

grund, die Schädelstätte Golgatha und die Ansicht Jerusalems sind weich

und malerisch behandelt.

Einen mehr kunsthandwerklichen Charakter zeigt die etwa aus der

Mitte des XVII. Jahrhunderts stammende Arbeit in Egerländer Reliefintarsia

(vermutlich von Adam Eck, Eger, gestorben 1664), welche ein in der Tracht

des Dreißigjährigen Krieges gekleidetes vornehmes Brautpaar im Freien

unter einem Baum sitzend zeigt, während aus den Wolken das Sinnbild

der Verlobung (zwei Hände, die sich ergreifen, und zwei Herzen, die durch

den Verlobungsring vereinigt sind) erscheint (Abb. 18). Er hält eine Tulpe in der

Linken, sie drückt die Rechte beteuernd an die volle Brust. Zu den Füßen

des Paares ein schlummernder Hund, im Hintergrund erscheint in schwachem

Relief eingelegt die Silhouette einer Stadt, die an Eger mit seiner kaiserlichen

Burg und mit den Türmen von St. Niklas erinnert. Das Ganze ist in der

bekannten Weise jener Reliefintarsien

 in Verschiedenfarbig geheizten

Hölzern ausgeführt, mit reicher, zarter

 Ziselierung; eine biedere deutsche

Barockarbeit.

Bei dieser Gelegenheit sei es

vergönnt, einer andern charakteristischen

 österreichischen Barockschnitzerei

 zu erwähnen, die allerdings

 mit der Kleinplastik nichts zu

tun hat, sondern in Lebensgröße und prachtvoller

 Stilisierung einen Adler darstellt (Lindenholz,

 bemalt, Höhe 76 Zentimeter), der

mit ausgebreiteten Flügeln stehend gedacht

ist und über seine Schultern nach rückwärts

 blickt. Es handelt sich in diesem

lebensvollen Werke um jenen Adler, der

in Linz für das Bugspriet des Schiffes

geschnitzt wurde, das 1683 nach dem Entsatz

 von Wien den siegreichen Kaiser

Leopold I. in seine Hauptstadt zurückführte.

Als historische Merkwürdigkeit wurde er

im Hause des Herrn Vinzenz Gartenauer,

„bürgerl. Handelsmannes zu Linz" aufbewahrt

 und von diesem 1836 dem Museum

seiner Vaterstadt gespendet (Abb. 19).

Jener Generation italienischer Bildhauer,

 die auf Georg Rafael Donners Jugend

einen entscheidenden künstlerischen Einfluß

 ausübte, dürfte die interessante Buchs-Abb.

 23. Franz Schwanthaler (?), Heiliger

statuette eines unter dem Kreuze stehend Michael, Lindenholz, bemalt und vergoldet


            
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