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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 11)

auch eine große Zahl sehr lehrreicher Kostümbilder ist vorhanden. Die historische Abteilung

wird auf der Galerie, die Modeausstellung im Erdgeschosse des Säulenhofes untergebracht

sein. Die Modeausstellung 1915f16 wird am 16. Dezember d. J. durch die höchste Protektorin

der Ausstellung, die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Isabelle, eröffnet. Die Ausstellung

wird täglich (auch Sonntags) von 9 bis 6 Uhr geöffnet sein.

EÜERVVERBÜNGEN FÜR DIE SAMMLUNGEN. Das Österreichische

Museum hat auch während des Krieges viele hervorragende Neuerwerbungen

gemacht; sie füllen den ganzen großen Saal vor dem Vortragssaal im neuen Museumsgebäude

 (1„ Wollzeile 45) und sind bis auf weiteres täglich (Montag ausgenommen) von

g bis 6 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen. Bedeutend ist die Zahl wertvoller Arbeiten der

Goldschmiedekunst (Gefäße, Dosen, Schmuck); darunter befinden sich: ein Wiener Deckelkrug

 mit Medaillons, XVII. Jahrhundert Anfang, ein Nürnberger Becher, XVII. Jahrhundert,

ein Augsburger Deckelbecher, XVIII. Jahrhundert Anfang, eine reiche Prager Zuckerdose

mit Widderköpfen als Henkel, 1 789, eine Schildkrotdose mit Silber- und Perlmuttereinlagen,

deutsch, XVIII. Jahrhundert Mitte, eine Wiener Dose, 1714, eine Prager Dose, 1805, eine

Wiener Puderdose, XVIII. Jahrhundert Ende, eine österreichische Zuckerdose auf Fuß, 1800,

eine Wiener Piquedose, 1775, eine Wiener Dose, graviert für Emaildekor, 1820. Eine Arbeit

allerersten Ranges ist eine Taschenuhr (von J. Kentish jun. ä Co., London) mit Kette in

Genfer Goldemail und Kameendarstellungen nach Pichler. Auch die Schmuckabteilung

erhielt wichtige Bereicherungen, darunter eine Anzahl antiker Fibeln, Schnallen, Armreifen

und Anhänger, ferner Augsburger Anhänger, Goldemail mit Steinen, XVII. Jahrhundert,

deutscherAnhänger, Silber mit Rauten, um 1700, Schließe in Schlangenform, Silber vergoldet

mit Email, deutsch, um 1800, Armband, Gold mit Rubinen und Opalen, deutsch. 1840, Wiener

Armband, Gold mit Steinen, XIX. Jahrhundert, erstes Viertel, desgleichen Goldemail, 184.5,

Kreuz mit geschnittenen Granaten und Email, desgleichen (Anhänger) Gold, deutsch, 1850,

Ringe mit Email und Steinen, Siegelring, Gold, mit Gnadenbild von Maria-Taferl, 1800,

Ring in Schlangenform, 1858, dann Herrenuhrketten, Halsketten, Ohrgehänge. Interessant

ist ein Zählapparat für Kartenspiel, Eisen mit Gold und Silber tauschiert, um 1700, ein

Augsburger Emailflakon, XVII. Jahrhundert, ein Gürtel, deutsch, um 1700, ein Rahmen,

Kupfer versilbert, österreichisch, XVIII. Jahrhundert Mitte, eine Kollektion von Klosterund

 Stadtsiegeln in Silber, Bronze, Eisen. Hervorzuheben an Metallobjekten sind schließlich:

zwei Wiener Bronzevasen, 1810, zwei reiche gotisierende Wiener Bronzekandelaber, um

1850, eine gußeiserne Ofenplatte, eine Kassette, Eisen mit Messingmantel, österreichisch,

XVIII. Jahrhundert Mitte, eine Zinnkanne, 1749, mit Salzburger Marke, zwei Kirchenleuchter,

 Zinn, ein Zinnkrug, bezeichnet: „Neustatler Binter Zech 1798", eine Teebüchse

 mit Schraubendeckel, Zinn, böhmisch, um 1700, und Schlaggenwalder Zinngefäße,

vom Anfang des XIX. Jahrhunderts. Sehr bemerkenswert ist eine lebensgroße holzgeschnitzte

 Büste, wahrscheinlich Joh. Ferd. Graf Herberstein, die aus der Steiermark, aus

der Zeit gegen 1630 stammt, ferner eine bemalte holzgeschnitzte Statuette des heiligen

Sebastian aus dem XVIII. Jahrhundert. Sechs große und außerordentlich wertvolle Wiener

Biskuitgruppen in der Art des Grassi verdankt das Museum einer Schenkung der Frau

Konsul Böhler in Wien; eine Porzellantigur, das „Feuer" (Berlin, gegen 1770) (ein

Gegenstück hiezu, das „Wasser", befindet sich bereits in den Sammlungen), ist eine

Spende der Frau Henriette Feilchenfeld. Ein seltenes Stück ist ein bemaltes Rokoko-Weihwasserbecken,

 Nyrnphenburger Porzellan, aus der ehemaligen Lannaschen Sammlung,

 dort irrtümlich als „Wien vor der Marke" bezeichnet. Vielfach vermehrt wurde

die Sammlung von altem Wiener Porzellan, wobei unter anderen besonders reiche und

eigenartige Apothekergefäße der Rokokozeit hervorzuheben wären. Unter den Fayencen

ist besonders eine farbig sehr wirksame Schüssel (wohl Amberg) mit einer auf die

Erneuerung der Münchner Frauenkirche im Jahre 1745 bezüglichen Darstellung zu

erwähnen. Ein figürliches Weihwasserbecken aus gebranntem Ton von reichster Barock-
            
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