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Full text: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 11)

Die Anbetung des Kindes durch seine Eltern, die wir das einemal 
sehen, ist an sich wohl nicht gerade auffällig, obgleich bei den uns bekannten 
Taufmedaillen gewöhnlich die Anbetung durch die Hirten oder durch die 
heiligen drei Könige dargestellt ist. Und daß Maria bei unserer Darstellung 
in den Mittelpunkt ge- 
rückt erscheint, darf 
man vielleicht auch als 
etwas ansehen, was 
sich von selbst ergab; 
immerhin ist zu bemer- 
ken, daß dieseMöglich- 
keit ausgenützt wurde. 
Die Wahl der heiligen 
Barbara für die andere 
Seite muß aber als et- 
was Besonderes erschei- 
nen, was für eine Tauf- 
medaille von vornher- 
ein nicht gegeben war 
und die allgemeine Ver- 
Wendung des Stückes 
sowie den Absatz der 
Arbeit in weiteren Krei- 
sen eigentlich nicht för- 
dern konnte. 
Da beide Darstel- 
lungen jedoch für den 
vorliegenden beson- 
deren Fall so außer- 
ordentlich gut passen, 
möchte man vermuten, 
daß die beiden Seiten 
getrennte Prägungen 
und hier nur durch 
dgn äußeren  zu- Abb. 3. Sogenannte Strahlenmonstranz in der Schatzkammer von Maria 
Loretto auf dem Hradschin in Prag, ausgeführt von Känischbauer und 
Sregner 
sammengefaßt wären; 
es ist dies aber nicht 
der Fall: es ist ein einheitlich geprägtes Stück?! Es wäre nun möglich, 
daß trotzdem die beiden Seiten zu verschiedenen Zeiten gearbeitet wären, 
daß die eine oder andere vielleicht schon für andere Zwecke Verwendung 
gefunden hatte: nachweisen läßt sich das aus den bisher bekannten Arbeiten 
des Künstlers jedoch nicht. 
i Herr Juwelier und Goldschmied Franz Halder in Wien hat den Ring sorgfältig abgenommen und 
wieder herumgefügt.
	        
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