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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 12)

 



  

HARTWIG FISCHEL-WIENR" ß ?  

ALERIE ARNOT. PROFESSOR EDMUND PICK-MORINO. Die gut

beleuchteten, aber bescheiden dimensionierten Ausstellungsräume der Galerie Arnot

eignen sich sehr zur Vorführung intimer Kollektionen einzelner Künstler, die an den Wohnraum

 lieber denken als an den Ausstellungsraum.

Von solcher Art ist auch die Sammlung von Stilleben Pick-Morinos, die jetzt bei

Arnot zu sehen sind. Ihr Ziel ist der feine und vornehme Zusammenklang farbiger Werte,

ihre Wirkungsmittel sind in bestem Sinne malerisch; eine leichte, breite Malweise vermittelt

 uns, unbekümmert um das oft ganz dürftige Gegenständliche, die farbige, vom

gedämpften Licht gehobene Schönheit der Tonwerte. Die zarten grünen Zusammenklänge

von Blatt und Wurzelwerk, das warme Leuchten großer Calvilleäpfel, auch das tiefe

Glühen angeschnittener Fische - all das an ganz wenigen und nicht umfangreichen Gegenständen

 mit der ganzen Liebe zur Farbe geschildert, die ein echter Maler besitzen muß.

Allerdings verlangt diese Beschränkung auch den ganzen Meister. Nicht überall ist

der Raum gut gegliedert, der Ausschnitt glücklich, das Farbenproblem restlos gelöst.

Aber manche unter den 25 Bildern erheben sich doch zu einer respektablen Höhe

der Leistung und lassen erwarten, daß diese vornehme Selbstbeschränkung und Konzentration,

 die in der nervösen Unrast unserer Zeit so wohltuend wirkt, noch weiter wächst.

Aber auch das jetzt Gebotene schafft Genuß und Freude.

USSTELLUNG DER PATRIOTISCHEN KRIEGSMETALLSAMM-LÜNG.

 Das überaus reiche Ergebnis der Patriotischen Kriegsmetallsammlung hat

der vom k. und k. Kriegsministerium eingeleiteten Aktion einen vollen Erfolg gebracht.

Jener Teil dieser Sammlung, dessen Gegenstände künstlerischen und volkskundlichen

Wert besitzen, ist sorgfältig vor Zerstörung bewahrt worden; aus rund zwei Millionen

Kilogramm Metallspenden, welche der patriotische Sinn der Bevölkerung dem Staate zur

Verfügung gestellt hat, sind über 5000 Objekte ausgewählt, geordnet und beschrieben zu

einer überraschenden Metallschau vereinigt worden.

Obwohl auch handwerklich wertvolle und interessante Geräte aus dem Gebiete der

kirchlichen Kunst einem Teile der Sammlung besondere Anziehungskraft geben, ist wohl

der Hauptinhalt doch naturgemäß profaner Art. Die Gebrauchsgegenstände, Geräte des

bürgerlichen Lebens, die für Beleuchtungszwecke, für die verschiedenartigsten Gewerbe

erzeugten großen Stücke in Metallguß und Metalltreibarbeit weisen zurück in jene Zeiten,

wo der Preis des Metalls nicht so hoch war wie heute, wo die Liebe zum Handwerk jeden

Gebrauchsgegenstand adelte und wo der Respekt vor der ererbten Überlieferung auch in

schweren Zeiten den alten Bestand an Metallgut vor dem Untergang zu bewahren vermochte.



Dann ist eine große Reihe von Kleingerät da, vorwiegend dem Gürtlerhandwerk

entsprungen; ein ansprechendes Zeugnis für die Schmuckfreude, die auch dem weniger

hoch gewerteten Metall den Adel guter Formgebung, zweckvoller und schöner Gestaltung

verlieh wie dem Edelmedall. Für manches hat bisher die Gelegenheit zum Sammeln

gefehlt. Seit wir der volkstümlichen Kunstübung eingehendere Beachtung geschenkt haben,

ist uns die große Fülle von schönen Objekten zur Kenntnis gelangt, welche bisher vom

Kunstfreund unbeachtet im Gebrauche der ländlichen Bevölkerung stand. Diese Stücke

sind dem Handel seltener zugeführt worden, mußten am Orte ihrer Entstehung und

Verwertung aufgesucht werden und kamen darum zumeist nur vereinzelt oder nur nach

mühevollem Suchen in den Sammlerbesitz.

Nun bietet sich aber ein ungewöhnlicher Anlaß, die Leistungen unserer heimischen

Metallarbeiter in großen Mengen vereinigt und zielbewußt nach Arbeitsgruppen geordnet zu
            
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