diese Figuren zu Halle und an andern
Orten kopiert wurden, ursprünglich
aber wohl auf die Originalvorlagen,
seien es nun Stiche oder Zeichnungen,
die Feylner, der Höchster Modelleur,
benützte und die wohl auch dem ersten
Modelleur der Wiener Fabrik
in der ersten kaiserlichen Zeit vorgelegen
haben, als er eine ähnliche
Serie schuffk
Zunächst gebe ich ein Verzeichnis
der rnir bis jetzt bekannt gewordenen
Modelle der Komödianten und anderer
mit denselben zusammenhängenden
Figuren und Gruppen.
r. Isabella (Abb. I). Museum Halle. In
Haltung und Bewegung entspricht die
Figur am meisten der Isabella in der
von Scherer" zuerst besprochenen Augsburger
Stichfolge aus dem Jahre 1729 von
Probst
nach
Abb. 3. Würzburger Porzellanligur des Scaramuz
aus der italienischen Komödie (Museum in Halle) '
ler(siehe
Abb. 5 bei Scherer), variiert aber etwas
von der Höchster Figur.
2. Ragonda (Abb. 2). Museum Halle.
Höhe 15'3 Zentimeter. Besonders charakteristisch
für den Dekor. Schuhe, Halskrause,
vorderer Aufschlag und Streifen der
Mütze sind ockergelb. Die Schürze ist mit
trockenem Rotbraun eingefaßt. Rock und
Jacke sind mit kleinen spärlichen lila Streublumen
bedeckt. Hände und Gesicht erscheinen
rötlich, Mund eisenrot gemalt, Augen
und Brauen grau, das Haar fleckig
hellgrau. Rechte Hand und Vorderarm sind
bis zum Ellbogen ergänzt. Bezeichnend für
die Art des Modelleurs ist die halb krallige,
in Troppau erwarb den Panralone aus derselben (vgl. Abb. g).
und in der am 12. März rgrg zu München bei Helbing versteigerten
Kollektion Francis M. Baer, London, tauchte die
Colombine auf lKatalog Nr. 50 mit Abb.).
Folnesics-Braun, Geschichte der Wiener Porzellan- Abb. 4. Würzburger Porzellanligur des
manufaktur, S. 163. Mezzetin (?) aus der italienischen Komödie
t" Cicerone, rgro, S. 26x Ff. (Museum in Halle)