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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 7 und 8)

auch herzlichst unseren Kollegen aus den andern Teilen Böhmens und aus Wien fÌr ihre

Mitwirkung und sind besonders glÃŒcklich darÃŒber, vor allem auch den Altmeister Ludwig

Lobrneyr an unserer Spitze begrÌßen zu können.

Gestatten Euer Exzellenz, daß ich namens der Aussteller mit dem nochmaligen Ausdrucke

 unseres wÀrmsten Dankes die Bitte an Euer Exzellenz richte, die Ausstellung

eröffnen zu wollen."

Seine Exzellenz Minister Dr. Trnka ergriff hierauf das Wort zu nachfolgenden

AusfÃŒhrungen : 

"Meine sehr geehrten I-Ierren! FÃŒr die freundlichen Worte der BegrÌßung und Anerkennung,

 die soeben gesprochen worden sind, sage ich Ihnen den herzlichsten Dank.

Wenn es schon in den Zeiten des Friedens eine der vomehmsten Aufgaben des mir

anvertrauten Ressorts ist, den gewerblichen Mittelstand in seinem wirtschaftlichen Gedeihen

zu fordern und ihm alle hierzu dienenden staatlichen Einrichtungen zur VerfÃŒgung zu stellen,

so ist diese Aufgabe durch den nun schon ein Jahr andauernden Krieg zu einer noch

ernsteren, noch dringenderen geworden. Es gilt, den durch den Krieg in ihrer Existenz

betroffenen Gewerbezweigen ÃŒber alle Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, insbesondere aber

wenigstens einigermaßen Ersatz zu schaffen fÃŒr das plötzliche Nachlassen des Bedarfes

im Inland und fÃŒr die großen AusfÀlle, die sich aus unserer Blockierung durch das feindliche

 Ausland ergeben. Das Ministerium fÌr öffentliche Arbeiten ist nach KrÀften bestrebt,

dieser Aufgabe gerecht zu werden. Wo sich nicht die Möglichkeit bot. direkt Bestellungen

zu vermitteln, hat das Ministerium wenigstens versucht, dem heimischen Publikum die

LeistungsfÀhigkeit des Gewerbes vor Augen zu fuhren und so einerseits die Produktion

selbst zu fördern, andrerseits die Kauflust der Konsumentenkreise zu beleben.

Ich darf an die kleine Ausstellung von qualitativ hochwertigen und dabei auch fÃŒr

Minderbemittelte erreichbaren Kriegsandenken erinnem, die im letzten Winter in diesem

Hause stattgefunden hat, unter schöner Beteiligung auch Ihrer Industrie; und an unsere

zunÀchst bei den Bekleidungsgewerben angesetzten Versuche, den Konsumenten dafÌr zu

gewinnen, daß er sein Geld nicht mehr aus Modelaune in das feindliche Ausland trage, wo er

doch bei uns in Geschmack und GÃŒte Gleichwertiges oft um billigeren Preis beschaffen kann.

Der Kriegszustand hat auch fÃŒr Ihre Industrie, meine Herren, fÃŒr Arbeitgeber und

Arbeitnehmer schwierige VerhÀltnisse geschaffen. Sorge und Not haben sich vielfach eingestellt.

 Aber darum wollen wir nicht die HÀnde in den Schoß legen; es gilt, Ihre hochwertige

 und leistungsfÀhige Industrie auch in der Kriegszeit zu beschÀftigen, ihr einen

Stock von geÃŒbten, tÃŒchtigen Arbeitern zu erhalten, deren Abgang einen nicht ersetzbaren

Schaden bedeuten wÃŒrde. Und es sollen auch nicht die FrÃŒchte jener Arbeit verloren

gehen, die bisher vom Staate fÃŒr die Industrie geleistet worden ist. Zwei Fachschulen sind

in den Dienst Ihrer Industrie gestellt; die schon im Jahre 1856 als Privatlehranstalt

fÃŒr Fachzeichnen und Modellieren errichtete und dann im Jahre 1880 verstaatlichte Schule

in Steinschönau und die Schule in I-Iaida, die im Jahre 1870 als Privatschule gegrÌndet

und im Jahre x877 vorn Staate ÃŒbemommen worden ist. Beide Schulen sind seit dem

Bestande des Ministeriums fÌr öffentliche Arbeiten bedeutend ausgestaltet worden, so

Steinschönsu durch Beistellung von Apparaten fÌr Gravieren, Glasschneiden und Schleifen,

Haida durch Angliederung einer VersuchsglashÌtte. Sie beschrÀnken sich nicht darauf, in

der Anstalt selbst die verschiedensten Zweige der Glasveredlun g und -verzierung zu lehren,

sondern sollen auch durch Wanderunterricht alle neuen Techniken vermitteln.

Eben sind wir auch noch daran, an die Fachschule in I-Iaida nach dem Muster der

Steinschönauer Schule ein Zeichenatelier anzugliedern, das den Interessenten gediegene

Muster zur VerfÃŒgung stellen wird.

Die beiden Anstalten sollen aber auch femerhin einer lebenskrÀftigen Industrie zu

dienen haben.

Die Ausstellung, auf deren DurchfÃŒhrung Sie, meine Herren, selbst Gewicht gelegt

haben und die ein lebendiges Zeichen unserer Zuversicht und unseres Selbstvertrauens ist,
            
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