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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)

Wien, betrachtet man aber die

Köpfe der einzelnen Figuren, die

Behandlung der Haare, der Bärte,

der Augen, so wird man einen engen

Zusammenhang mit unserem Stücke

sicherlich nicht übersehen. Dazu

kommt noch die Atlas-Figur in der

ehemaligen Sammlung Max Kann-Paris"

 (von Bode mit Hinweis auf

die Ähnlichkeit mit dem Neptun bei

Pierpont Morgan-London dem Bellano

 zugeschrieben), deren Kopf auffällig

 mit dem des Mannes rechts

auf unserem Relief übereinstimmt.

Hier und dort die leicht, noch vom

Wach smodell her eingeritzten Falten

der Haare, die geschlitzten Augen

mit dem eingebohrten Stern, Charakteristika,

 die von Bode als für Bellano

 typisch hervorgehoben werden.

Die Behandlung des Gewandes --eine

 kurze, um die Lenden gegürtete

 Tunika - stimmt sowohl mit

der David-Statuette im Victoria and

Albert-Museum zu London wie auch

mit dem bereits erwähnten Atlas

der Sammlung Kann überein. Die

flüchtige Bearbeitung der Hände

dieser Figur, die man übrigens auch

beim Hieronymus der Sammlung

Dreyfus-Paris" wahrnehmen kann,

entspricht jener, die wir vorhin an den Füßen unserer Traubenträger

bemängelt haben. Betrachtet man schließlich die Art und Weise, wie die

Figuren der Santo-Reliefs an dem Hintergrund kleben, so erwächst gerade

diese künstlerische Schwäche zu einem Beweis für die Zuschreibung an

Bellano oder einen ihm sehr nahestehenden Künstler des paduanischen

Kreises.

Der durch Donatello in Padua entflammte Renaissancegeist setzte sich

hier in Andrea Briosco - neben dem noch unverarbeiteten Ballast einer

kürzlich neuerworbenen Stilkenntnis - fort und piianzte sich durch die

Künstlerfamilie der Lombardi nach Venedig über. Lehnte Bellano sich an

italienischen Bronzen der Renaissance und des Barocks, Berlin, xgxq, Tafel 18, Nr. 38. Bode, Die italienischen

Bronzestaluetten der Renaissance, Band I, Tafel XXLI.

3' Bode, Bronzestatuexten. I, Tafel XXI und Textabb. r3.

H Migeon, La Colleetion de M. Gustave Dreyfus, Paris, Les Arts 1905.

Abb. 4. Johannes der Täufer, ßorentinisch, XVI. Jahrhundert


            
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