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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)

gewesen. Aber leider waren nicht alle hinreichend und der Bedeutung des 
Werkes entsprechend. Für manche Stücke wären größere Aufnahmen und 
besonders Teilaufnahmen im größeren Maßstabe, die für eine Reihe von 
Bildern vorzügliche Dienste leisten, sehr erwünscht gewesen. Wer die 
Schwierigkeiten, mit denen die Beschaffung guter Negative an so vielen 
Orten zu kämpfen hat, kennt und die besonderen in Betracht zieht, denen 
die photographische Aufnahme gerade der kleinügurigen, zumeist unbe- 
quem aufgestellten Truhenbilder begegnen muß, wird gewiß für manche 
Schwächen Nachsicht haben und mit dem Gegebenen zufrieden sein. Der 
Verfasser hat ohne Zweifel auch auf die Abbildung mancher Stücke von 
gegenständlichem Interesse nicht verzichten können, obwohl die Vorlagen 
für eine gute Reproduktion nicht genügten. Es hätten sich aber für einige 
wichtige Bilder größere und bessere Negative ohne große Schwierigkeiten 
beschaffen lassen, zum Beispiel für 427 (Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin), 
79 und 81 (und andere Truhen bei Bardini), rot (Oxford), xx8j19 (Pisa, 
Museum). Im allgemeinen aber kann man die Abbildungen wohl ganz aus- 
gezeichnet nennen. Sie sind fast alle wesentlich klarer und schärfer als selbst 
die meisten Photographien. Der Nachweis solcher von einzelnen Bildern im 
Handel käuflichen, zum Teil sehr großen und schönen Photographien und 
der einzelnen Abbildungen in Büchern, Aufsätzen und dergleichen wäre 
aber von großem Werte gewesen. Die Unterlassung dieser Angaben muß 
dem Verfasser zum Vorwurf gemacht werden. Die Anerkennung, die das 
Cassoni-Werk als wissenschaftliche und als verlegerische Leistung verdient, 
soll aber durch die Erwähnung solcher kleinen Mängel durchaus nicht 
geschmälert werden. Es gebührt ihm der Dank aller Kunstfreunde. 
AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN 50' VON 
HARTWIG FISCHEL-WIENSP 
AUSSTELLUNG DES AQUARELLISTENKLUBS. Im Stockwerk des 
Künstlerhauses hat der Aquarellistenklub der Genossenschaft bildender Künstler 
Wiens seine dreißigste Ausstellung veranstaltet. Für intime Schaustellungen eignen sich 
die hellen und übersichtlichen Räume so gut, daß bei der sorgfältigen Anordnung, welche 
allen Werken zuteil wird, der allgemeine Eindruck ein günstiger ist, wenn auch keine 
hervorragenden Leistungen auffallen. Was aber die hauptsächlichste Wirkung auf die zahl- 
reichen freundlich gesinnten Besucher auszuüben vermag, die ja zumeist auch keine 
allzustrenge Kritik an den Maßstab der Einsendungen legen wollen, ist jene verständliche, 
gefällig liebenswürdige Sprache, die alle sprechen, die wohltemperierte Stimmung der 
Werke. Dafür zeugen die zahlreichen Ankäufe, die, unterstützt von den Preisen und Spenden, 
ein schönes materielles Ergebnis zeitigen. Die meisten Arbeiten sind aber auch gegen- 
ständlich interessant; die Wachau, das alte Wien, die Stimmung der engen Gassen, der 
alten Höfe, der malerischen Provinzorte sind die unerschöpflichen Arbeitsfelder, die mit 
Liebe und oft auch mit erprobtem Geschmack geschildert werden. Eine kühne Farbenskizze 
fällt unbedingt auf. 
Die ernste Note wird hier von den Malern aus den Kriegsschauplätzen geholt; es 
mehren sich nun hier schon die Arbeitsresultate, welche die Teilnehmer an den Kämpfen
	        
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