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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 3 und 4)


Aus der Österreichischen Kunstgewerbe- und Modeausstellung in Stockholm

der wunderschönen und lehrreichen Ausstellung schwedischer Volkskunst zutage trat, die

vor einigen Jahren unter der Leitung von Agries Branting, der hervorragenden Führerin

und Vorkämpferin der Zusammenarbeit moderner Künstler mit den volkskünstlerisch

arbeitenden breiten Schichten derBevölkerung, und unter dem Protektorat des schwedischen

Gesandten Baron Beck-Friis im k. k. Österreichischen Museum in Wien und im königlich

ungarischen Kunstgewerbemuseum zu Budapest veranstaltet worden ist. Auch die

führenden Museumsleute Schwedens, wie Böttiger, Loström und Salin, haben die kunstindustrielle

 Entwicklung Österreichs stets mit dem größten Interesse verfolgt und wie in

vielen anderen Staaten Europas so ist vor allem auch in Schweden der so erfolgreichen

und großzügigen Organisation des österreichischen gewerblichen Bildungswesens seit

langem die ernsteste Beachtung geschenkt worden. Man erkannte, daß die hohe Ent-Wicklung

 des österreichischen Kunsthandwerks nächst den hier in so reichem Maße

vorhandenen, im Formen- und Farbensinne sich ursprünglich äußernden nationalen

Begabungen, den in der Volkskunst lebendigen künstlerischen Überlieferungen und der

angeborenen Handgeschicklichkeit weitester Kreise vor allem dem mustergültigen gewerblichen

 Unterricht zu danken ist. Bot die Ausstellung in der „Nordiska Kompaniet" auch

nur einen Ausschnitt aus dem vielgestaltigen kunsthandwerklichen Schatfensgebiete

Österreichs, so hat sie doch das Wesentliche und Richtunggebende, die von den stärksten

persönlichen Impulsen getragene Organisation der österreichischen Arbeit deutlich widergespiegelt

 und, von allen ihren hoffentlich nicht geringfügigen wirtschaftlichen Erfolgen

abgesehen, einen großen moralischen Eindruck gemacht und die unverwüstliche Arbeitsfreudigkeit

 Österreichs deutlich geofferibart.

Zur Vorbereitung und Vollendung des Unternehmens einschließlich der Sicherung

und Inanspruchnahme der Verkehrsmittel und der künstlerischen Aufmachung standen

kaum sechs Wochen zur Verfügung. Xm Auftrage des k. k. Ministeriums für öffentliche

Arbeiten hat Professor Otto Prutscher die Ausstellung in den von der „Nordiska Kompaniet"

für diesen Zweck bestimmten, trefflich geeigneten Räumen im Einvernehmen mit ihr, als
            
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