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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 5, 6 und 7)














an anderem Ort durch die Not der Zeit angebahnt zu werden.

Hier haben wir es nicht mehr mit einer Kampforganisation,

sondern mit einer freien Vereinigung aus verschiedenen Lagern

zu tun, die aus dem angesammelten Arbeitsgut eine sympathische

 Auswahl in anspruchsloser Form zeigt. Die Familie

Stoitzner, V. Krämer, L. Schuller stellen neben O. Lynch of

Town, A. Zoff, T. Blau, A. Hlavaöek und

anderen aus. Und gerade weil das Meiste

nicht auf Sensation und Ausstellungsraum

berechnet, weil viele intime, frische und unmittelbare

 Studienarbeit gezeigt wird, darum

genießt der Kunstfreund hier unbekümmerter

und freut sich des Gebotenen, das manche

Überraschung bringt. So auch von jüngeren

und noch weniger oft gesehenen Künstlern,

die im Gefolge ihrer Führer auftreten. A. K.

Schmidt, P, Hansa, M. Loos-Szirani wären da

zu nennen. Als Vorboten ihrer Weiterentwicklung

 begrüßen wir die feinen Studien und

kleinen Bilder der Genannten.

IRTSCHAFTSVERBAND BIL-DENDERKUNSTLEROSTER-



 In der Zedlitzhalle war wieder eine

Schaustellung von Kunstwerken zu sehen,

welche den drei großen Wiener Verbänden

l-Iagenbund, Sezession und Künstlergenossenschaft

 der Hauptsache nach entstammen. Beim Studium der Werke hat der Informierte

 leicht jene Gruppierung auch nach Räumen trennen können, obwohl der künstlerisch

 trennende Unterschied immer mehr verschwindet, je häufiger der Verband

erscheint. Der Eintrittsraum vereinte die Plastiker, rechts wog der Hagenbund vor, der

immer noch jüngeren Nachwuchs gastlich aufnimmt, links marschierten die angesehenen

Kämpen der Sezession, im quergelegten großen Saal waren die Mitglieder der Genossenschaft

 trotz ihrer Frühjahrsausstellung stattlich vertreten.

Daß man hier neben den feinen Arbeiten der älteren Generation, die uns mit den

abgestimmten tonschönen Landschaften Tina Blaus an die besten Zeiten der Genossenschaft

 mahnen, jüngere, frische Kräfte wie Fritz Zerritsch fand, ließ die kluge Auswahl

sympathisch erscheinen.

In den Räumen der Sezession fiel neben den kräftigen und relativ zahlreichen

Arbeiten J. Stoitzners und den feinen Bildnissen Ludwig Wiedens diesmal die tiefernste

Art Vlastirnil Hofmanns auf, der die schwere, tränenreiche und doch kraftgespannte

Stimmung der Zeit auszudrücken weiß.

Beim i-Iagenbund waren zwei Architekten von guter Wirkung. Der eine wirkte mit

keckem Pinsel (O. Laske), der auf den Etappen einer Weltreise immer humorvoll und einfallsreich

 das bunte Treiben der farbigen Menschheit festhielt, der andere durch sinnvolle

Straffheit (A. Keller), mit der er durch ein Baumodell auch in so bauunlustiger Zeit aufzutreten

 vermag (k. k. Exportakademie).

Daneben farbige Werke fortgeschrittener und konservativer Art, jüngere Kräfte von

frischestem Temperament und sichere Könner von ausgereiftem Kraftgefühl. Neben

Feistauers Farbensattheit die bunte Unbekümmertheit Revys; das Ansu-eben allmeisterlicher

 Tiefe auf ganz neuen Wegen der Formgebung; dann wieder die sonnigen, leuchtenden

Flecken, wie sie nur die Malerei im Freien zeitigt.

Ausstellung einfachen Hausrates. II. kleiner Preis:

Consorzin dei maestri falegnami ad afüni, Triest.

Stuhl, ausgeführt von C. Cante

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