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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

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Wie wir sehen werden, erklärt sich die wirtschaftliche Überlegenheit

der schweizerischen Banderzeugung aber nicht zum geringsten Teile aus

dem von Anfang an fast ungehinderten Gebrauche des Mühlstuhls; durch

Benützung der Wasserkräfte, durch ein ausgebildetes Verlegerwesen, durch

verschiedene Freiheiten und andere ganz modern anmutende Einrichtungen

vermochte man dort, wie wir noch zeigen werden, schon früh eine wirkliche

Großindustrie zu entwickeln.

Wir dürfen allerdings nicht glauben, daß der Mühlstuhl die anderen

Vorrichtungen nun völlig verdrängt habe. Er trat wohl vielfach an deren

Stelle, zunächst aber doch nur dort, wo es sich um einfachere Ware handelte;

 gerade kunstgewerblich

 sind die

Erzeugnisse des Mühlstuhles

 darum zunächst

die minder wichtigen.

In der Zeit, die

uns vor allem beschäftigen

 soll, übrigens

auch heute noch, sind

verschiedene Entwicklungsstadien

 der Stühle

nebeneinander erhalten

geblieben, weil jede

Stuhlart in gewisser

Hinsicht der anderen

überlegen sein kann.

Es ist aber, wie

angedeutet, bezeicth Abb. 6 bis u. Wiener Rokokobänder (zum Teil mit Gold und Silber). Alle

in starken Farben auf weißem Grunde, Nr. 7 und 8 auf Silbergrund (letzteres

nend für  Band" Stück auch mit Gold). (Österreichisches Museum)

weberei, und wohl aus

der geringen Breite ihrer Erzeugnisse zu erklären, daß sie sich früher als

die große Weberei technisch vervollkommnet hat. So sagt Bartschi" vom

„Wellenstuhl (Posamentierer- oder Band-Handstuhl)": „Dieser Stuhl, dessen

Erfindung in die Urzeit zurück fällt, ist seiner innern Einrichtung wegen,

einer der künstlichsten zu nennen, denn, bevor man noch bei den Seidenwebestühlen

 den Zug kannte, hat man auf diesen Wellen schon die schönsten

und schwersten Dessins in Seiden-, Gold- und Silberstoffen; als: Wagenund

 Livree-Borden im Gras de tourfü Atlaß und Sammt, Gold- und Silbertressen

 in sehr geschmackvoller Zeichnung mit einer erstaunenswürdigen

Schnelligkeit ausgeführt. Auf diesem Stuhl lassen sich alle Figuren, sie

mögen wie immer beschaffen seyn, wenn die Zahl der Ketten nicht 150,

und die der Schuß nicht 200 übersteigt, sehr leicht und rein ausführen."



i" Johann Georg Bartsch „Die Vorrichlungskunst der Werkstühle". Wien. 1832. z. Abteilung, Seite x19.

w: Gmydg-Tgur (Gros de Naples), ripsähnlich wirkender TatTet.
            
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