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Full text: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

Stelle in dem bereits erwähnten Gut- 
achten des Residenten von Nagel aus dem 
Jahre 1776 hinweisen: „Es würde zwar 
mein Verdacht allzu unerwiesen seyn, 
wenn ich den Hrn. Baron v. Fries 
insbesondere als einen sehr eiferenden 
beförderer der Schweitzer-Fabriquen, und 
ihres Verschleißes vorgeben sollte, daß 
derselbe aber das seinige beiträgt, davon 
dienet zum beweis, daß gedachter Hr. Bar. 
v. Fries im verHossenen Jahr der Stadt 
Mühlhausen [die damals zur Schweizer Eid- 
genossenschaft gehörte] 300,000 H. gegen 
3 p 0'" Interesse angebothen, diese Summa 
zur Aufnahme dortiger Fabriquen denen 
benöthigten Fabricanten vorzustrecken . . ." 
Wenn sich das Haus Eßlinger und Sohn 
aus Aarau zur Errichtung eines Seiden- 
filatoriums an Baron Fries wende, solle 
man deshalb besonders vorsichtig sein. 
Auch bei der Entwicklung der 
Känelschen Fabrik werden wir wiederholt 
sehen, wie die Absichten des reinen 
Händlers mit denen des Erzeugers in 
Widerstreit gerieten. 
133 
schon früher haben wir auf einen Abb. 5c. „Flammirtes Band" (Kettendruck), 
Vortrag des commemien-Rates an die 222:: 221.313,32 ?JLZ'ZS;.S.".Z.SZL 33.133"; 
KaiserinMariaTheresia aus dem Jahre 1762 i m 
hingewiesen und eine Stelle daraus, die sich auf die Fortschritte in der 
Erzeugung kostbarerer Bänder in Österreich bezog, wörtlich mitgeteilt. 
An diese Stelle schließt nun unmittelbar die folgende an: 
„Nur allein fehlet es annoch an denen geringen Floret- Tajfet- und 
Doppel-Bändem, welche in grosser Menge in der Schweiz auf denen 
sogenannten Mühl-Stühlen für sehr wohlfeilen Preiß erzeiget- und in 
die Erbländer, da sie zum menschlichen Gebrauch, und sonderlich vor 
dem Bürger- und Bauren-Stand unentbehrlich seynd, häufiig eingeführet 
werden. 
Man dörffte nicht irren, wan man davorhaltet, daß der jährliche Con- 
sumo an diesen geringen Bändern in gesammten Erblanden sich auf  H. 
belauffe, und es verdienet diese Manufactur eine so größere Rücksicht, als 
gar viele Leute darbey ihre Nahrung finden, diese Waar auch einen starken 
Abzug nacher Pohlen und Moscau hat, und endlichen in ganz Teutschland 
eine derley Fabrique nicht anzutreffen ist.
	        

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