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Full text: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

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Zwar versuchte man öffters, dieser Manufactur einen Anfang zu geben, 
und ließe mit nicht geringen Unkösten einige Mühl-Stühle verfertigen; Ja 
allererst vor Vier jahren erklärte sich der I-Iof-posamentirer Jauner, diese 
Fabrique mit Beyhülf des Niederlags-Verwandten Fachini in die Voll- 
kommenheit zu bringen, wann ihme anderst ein Privilegium privativum 
auf . . . ]ahr"' wegen der erforderlichen großen Unkösten ertheilet werden 
wolte. ' 
Man willfahrte ihme hierinnen in der zuversichtlichen Hoffnung, daß 
er seinem Versprechen ein satsames genügen leisten, und man also durch 
solchen Weeg das Ziel erreichen würde. 
Es zeiget aber die leidige Erfahrung, daß seine 
Bänder allenhalben mangelhaft _ anbey zu theuer - 
folgbar unverkäufflich seyen, auch eben derohalben der 
Niederläger Fachini sothane Fabrique nicht mehr zu 
unterstüzen gedenke, und da es dem Jauner an Mitteln 
gebricht, selbe in Kurzem nothwendig zerfallen müsse. 
Alles dieses entspringet sichtbarlich daher, weilen 
es an einem geschickten, und des Werks aus dem Grund 
verständigen Maister bis anhero ermanglet hat, als ohne 
welchem auch keine tüchtigen gesellen aus der (Schweiz 
zu überkommen seynd; Nunmehro aber hat sich ein 
derley virtuoser Meister Marcus von Kämel (l), welcher 
die große Fabriquen in der Schweiz dirigiret, und sodann 
in dem Marggraf Baadischen Gebieth zu Lorach eine 
eigene kleine Fabrique angeleget hat, bey der Vorder- 
'Abb.5x. „Flammirtes Oesterreichischen Repraesentation gemeldet, und, wie 
iutksliäizig; es der Anschluss weiset, dahin erbothen, daß Er sothane 
Aus u" Mestrozischen Fabrique mit gewissen Bedingnüssen anhero übertragen- 
Smmsfsi Mi2:;:1')'i'hi- und entweder mit anderen interessirten, oder auch ohne 
denenselben weiters fortführen wolle; Da nun die 
Vorder-Oesterreichische Repraesentation die eigentliche Umstände dieses von 
Kämel durch den Cameral-Rentmeister von Reinfelden untersuchen lassen, 
und besag Anschlusses ihme das Zeugnüß einer guten Conduite, vieler Fähig- 
keit, und eine unverdrossenen Fleißes beyleget, fande man vor räthlich, 
selben auf Unkösten des Commercien-Fondi anhero kommen zu lassen . . ." 
Wegen der Mittel und Wege, die man zu befolgen habe, wird dann auf 
das beiliegende Promemoria des Schweizers hingewiesen, von dem wir noch 
sprechen werden. Der Commercien-Rat ist von der Richtigkeit des Dargelegten 
überzeugt und berichtet, daß „ein bemittelter Negotiant" sich schon bereit 
erklärt habe, „mit einem beträchtlichen Capital theilnehmen zu wollen, wann 
Er, Käme], die werktätige Prob seines Vorgehens abgelegt haben wird". 
Känel, das ist offenbar der richtige Name, war, wie wir aus anderen 
Urkunden erfahren, aus Reichenbach im Kanton Bern gebürtig, lernte zehn 
' Zwischen auf und jahr leerer Raum für ein oder zwei Ziffern. 

	        

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