MAK

Full text: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 8)

Gruppe begeisterter Ketormatoren eine glänzende Wxedererweckung 
erfahren hat. Diese in ihrer Art vollkommen berechtigte und hohe 
künstlerische Ausdrucksfähigkeit in sich schliessende Gattung des 
Holzschnittes bedarf eines geringen Masses an Handfertigkeit und 
wird auch von Künstlern geübt, die nicht ausschliesslich Xylographen 
sind, sie kommt aber hier, wo es sich um den modernen Holzschnitt 
handelt, nicht in Betracht. 
Die Wege, die uns zu Ende des XVIILJahrhunderts der berühmte 
Wiedererwecker des Holzschnittes Thom. Bewick gewiesen, haben 
weit abgeführt vom alten Linienschnitt und immer mehr auf das male- 
rische Gebiet hingelenkt. Sie haben aus dem Holzschnitt einen Holz- 
stich gemacht, haben immer grösseren Wert auf Ton und Ausdruck der 
Farbe gelegt und die schwarze Linie endlich ganz eliminirt, um sie durch 
die weisse zu ersetzen. Auf diesemWege hat der Holzschnitt der Gegen- 
wart seine grösstenTriumphe gefeiertWie dermusikalischeVirtuose die 
Composition eines fremden 
Tondichters in origineller 
Weise interpretirt, so hat 
der moderne Holzschnitt 
die Werke fremder Künst- 
ler auf Grund der ihm 
innewohnenden Eigenart 
interpretiren gelernt. Ge- 
zwungen, immer etwas 
von seiner eigenen Kunst 
hinzuzuthun, zu verein- 
fachen, umzudeuten, her- 
vorzuheben oder zu unter- 
drücken, hat er eine künst- 
lerische Selbstständigkeit 
errungen, die ihn hoch 
über das mechanische 
Reproductions -Verfahren 
stellt. Die typographischen 
Erfindungen der Gegen- 
wart haben also sein 
Arbeitsfeld wesentlich be- 
schränkt, aber den Boden 
seiner Wirksamkeit ge- 
 
__ , Studienkopf nach Marold ("Revue Illustree", 
kraftlgt und veredelt. 1" Baggheg, pms)
	        
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