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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 4)

Aus der Sammlung Heinrich v. Liebiegs im Nordböhmischen Gewerbemuseum in Reichenberg: Wandzeppich.

Flämisch, um x52o. 4'68 rn breit, 335 m hoch

erwerben unmöglich ist. Von diesem Gesichtspunkt aus erheischt die

Sammlung Liebieg eine besondere Schätzung und wenn sich auch unter den

vielen Stücken einzelne befinden, deren stilistische Beweiskraft nicht gerade

erheblich ist, so darf doch das Ganze als eine sehr stattliche und

nützliche Bereicherung des Museums betrachtet werden. In mehreren einfach

 aber geschmackvoll hergerichteten Räumen hat die Sammlung Liebieg

ihre Aufstellung gefunden. Die großen und guten süddeutschen Schränke

und anderen Mobilien, an denen die Schreiner mannigfache Künste der

Intarsia- und Holzbearbeitung studieren können, füllen einen Raum für sich,

in dem auch ein schöner französischer Gobelin mit der Darstellung einer

mythologischen Szene Platz gefunden hat. Ein kleinerer Raum daneben enthält

 ebenfalls Möbel, dann einige Holzskulpturen und vor allem einen herrlichen

 Gobelin um I 500. Es ist, was die Händler ein „kapitales" Stück nennen,

mit vielen Figuren von reisigen Rittern, die unter den Augen einer schönen

Frau zur Jagd ausziehen. Die Kostüme und Rüstungen zeigen die reichen

Formen und Farben, wie sie in Burgund um die Wende des XV. Jahrhunderts

üblich waren. Im Kolorit wirkt der Gobelin überaus farbig und harmonisch,

er bringt den ganzen Raum in Stimmung. Der große achteckige Raum, der
            
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