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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 4)

 
Alexander Bensa, Französische Pracbtkarrosse (Hofmuseum in Wien) 
überzogen, welches eingepreßte Verzierungen zeigt. Die ganze Außenseite sowie der Rand 
sind mit dunkelviolettem Samt überkleidet und äußerst reich mit verschieden geformten 
Streifen und Buckeln aus vergoldetem Silberblech besetzt. Die Technik dieser Metall- 
verzierung spricht für einheimische Arbeit, der ein gewisser barbarischer Zug deutlich 
anhaftet; der Samt ist aber jedenfalls von Europa eingeführt. Das Schwert zeigt eine 
gebogene, einschneidige Eisenklinge. Letztere erweist sich als französisches Fabrikat mit 
der am Grund eingeschlagenen Fabriksmarke „N. H. 8: fils" und herausgehobenen 
Verzierungen. In der Mitte ist auf der einen Seite ein griechischer Reiter zu Pferd mit 
dem Kreuzschwert dargestellt, einen zu Füllen des Pferdes liegenden Drachen bekämpfend; 
auf der anderen Seite zeigt sich der Löwe mit der Fahne als abessynisches Wappen. 
Darüber sind an jeder Seite einige größere Buchstaben in Amhara-Charakteren eingekratzt 
und gelb gefärbt. Desgleichen zeigt sich auf dem Grund der Klinge an einer Seite eine 
kleinere Inschrift mit denselben Charakteren in zwei Zeilen. Der starke Griff ist aus 
Büffelhorn verfertigt und trägt am äußeren Ende einen kugelkappenförmigen Knopf 
aus Goldblech, mit zierlich eingekratztem und eingeschlagenem Streifenbandmuster. 
Die Scheide ist aus Leder verfertigt, außen ganz mit dunkelblauem Samt überzogen und 
im mittleren Teil mit herumgehenden, durchbrochen verzierten Zwingen aus Goldblech 
besetzt. Am oberen Teil ist ein Gurtband aus rotem und blauem Leder befestigt mit einer 
großen Schnalle und zwei verzierten Zwingen aus Goldblech. Der Metallzierrat ist hier 
durchwegs einheimische Arbeit. Die zwei Speere mit x75 Zentimeter langen l-lolzschäften, 
welche am hinteren Ende in der eigentümlichen afrikanischen Art auf ein kurzes Stück 
mit Eisenband spiralig umwunden sind, tragen 64 Zentimeter lange Spitzen, welche am 
oberen Teile in den Schneiden blank, in dem vertieften Mittelgrund jedoch schwarz sind. 
Zu jedem Stück gehört eine Spitzenscheide aus Leder, außen dunkelblau gefärbt und mit 
einem Streifen dünnen, außen rot gefärbten Leders versehen, der zum Zusammenschnüren 
der Scheide dient. Speere wie Scheiden sind einheimische Arbeit, ohne Benützung frem- 
den Materials. Sie entsprechen den gewöhnlichen, aus Abessynien stammenden Stücken
	        
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