Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 4)

dieser Art; doch ist die ganze Arbeit und ß V ,. ,. "'

die Art der Ausführung und Ausstattung " i ' '

dem Geschenkgeber angemessen eine weit

sorgfaltigere. Der hölzerne Sattel ist mit

dunkelviolettem Leder überzogen, das eingepreßte

 Verzierungen zeigt. Unten sind

zwei dünne Längskissen aus braunemLeder

angebracht, oben ist ein Stück Antilopenfell

befestigt. Zu beiden Seiten hängen die

schmalen kleinen Steigbügel aus Eisen an

blau überzogenen und rot eingefaßten starken

 Lederbändem herab. Darüber liegt ein

längerer gefütterter Polster, der auf der

inneren Seite mit grün-rot gestreifter, auf

der äußeren Seite mit rosa Seide überzogen,

zu oberst folgt eine dünne Decke aus dunkelviolettem

 Samt. Die beiden Enden der ziemlich

 langen Decke sind zu zwei großen

Zacken ausgeschnitten. Die ganze Decke

sowie die zwei Ausschnitte sind mit dunkelgelber

 Seide eingefaßt; die beiden Endteile

der Außenseite sind mit reicher bunter

Seidenstickerei versehen. Das Zaumzeug

besteht aus dunkelviolett oder dunkelblau





überzogenen Lederstreifen mit metallbesetzten

 Zlerstreiferi und falrbigen Seiqen- Georg Raab, Kaiserin Elisabeth, Bleistiftzeichnung

quasten, mit verschiedenartigen Scheiben (Hofmuseum in Wien)

und Knöpfen aus dunkelgoldgelbem Metall

besetzt; die Trense ist aus weißglänzendem Metall. Dazu kommen zwei Schmuckketten

aus einem silberartigen Metall für den Hals des Pferdes.

Zu dieser Ausrüstung gehört schließlich noch ein Oberkleid für den Reiter, über

den Kopf und den Oberkörper zu tragen, mit sieben verschieden langen, vorne an den

Seiten und hinten herabhängenden Fortsätzen aus dunkelkirschrotem Samt und innen

mit gemustertem blauen Seidenstoff gefüttert, reich mit verschiedenfarbiger Seiden-Stickerei

 bedeckt sowie mit zahlreichen kleinen gestanzten, außen goldfarbigen Blechstücken

 verziert.

Zu den weiteren, kunstgewerblich interessanten Erwerbungen des Jahres 1905 zählt

ein großer Armring aus Elfenbein, von Benin in Westafrika stammend und wahrscheinlich

von bedeutendem Alter.

Das Stück zeigt bemerkenswerte Figurale und ornamentale Verzierungen von großer

technischer Vollendung.

Eine bemerkenswerte Spende ging der Sammlung von dem k. u. k. l-lonoralkonsul

Heinrich Low in Managna, Costarica, zu, in Gestalt einer kleinen alten Goldiigur, welche

für Mittelamerika charakteristisch ist. Sie stammt wahrscheinlich aus einem alten

Indianergrabe und ist ein Rest jener bedeutenden Kultur, welche vor der Ankunft der

Europäer in verschiedenen Teilen Amerikas herrschte. Das Figürchen, welches jedenfalls

 mythologische Bedeutung hat, zeigt die menschliche Körperform mit einer Art

Tierkopf.

Die Figur scheint jedenfalls durch Guß hergestellt; ihre Oberfläche ist aus gelbem

Gold, während die abgewetzten Stellen die Farbe rötlichen Goldes zeigen.

Die Erwerbungen der prähistorischen Sammlung des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums

 bieten keine Stücke von besonderem kunstgewerblichen Interesse.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.