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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 2)

ist die eines Stückes aus dem Leben eines

ganz großen Menschen. Wie reizvoll ist der

alte Garten geschildert, in den die Fenster

jenes Raumes gingen, welcher das Heiligenstädter

 Testament entstehen sah. Wir wandern

 durch den sonnigen, gemütlichen Hof

dieses Hauses, um danach jenen des Gebäudes

 zu betreten, wo Grillparzer als

Knabe neben dem unzugänglichen Meister

gewohnt hat.

In einem gemütlichen Giebelhaus, das

die Abendsonne streift, mit einer langen

Seitenfront und dem grünen heiteren Hof

sehen wir eine dritte jener liebenswürdigen,

von Weinbauern zu einer Zeit errichteten

Baulichkeiten, als sich die Rebengelände

noch bis an die Linienwälle erstreckten und

manche Vorstädte noch Landaufenthalte

waren.

Die stattliche Architektur in der Nußdorferstraße

 ist Stiftseigentum gewesen und

hebt sich stolz aus einer einfacheren Umgebung

 heraus. Weiter werden wir nach Möd- Salzburg" Mlißlikekruß aus d"

 geführt. WO  alte Front am Markt WerkätättedesHafnersThomasübermillner,

um x 8c (Direktor W. Kestranek H1 Wien)

platz mit ihren zwei steinernen Erkern den

Bürgerstolz eines wohlhabenden Gemeinwesens verkündet; der enge Arkadenhof

 läßt die Sonne nur zu den höchstgelegenen Teilen der umschließenden

 Wände zu und vermittelt in seiner abwehrenden Strenge einen mittelalterlichen

 Eindruck.

Zum Schluß werden wir in das Stiegenhaus und vor die mächtige

Straßenseite der letzten Heimstätte Beethovens, des seither verschwundenen

Schwarzspanierhauses, gestellt, die einst auf das weite Glacis blickte. Denn

stets hat Beethoven seinen Aufenthalt so gewählt, daß ihm ein weiter freier

Ausblick oder ein Einblick ins Grüne erquickte, und wir wissen, daß er den

Wert eines schönen Baumes höher einschätzte wie den mancher Menschen.

So hat auch der Landschaftsmaler Anlaß gefunden, sich für seine Wohnstätten

 zu erwärmen, in deren Art und Lage ein Teil von den Neigungen

eines großen Menschen, ein gutes Stück naiver ländlicher Bauweise, alter

österreichischer Volkskunst ausgeprägt liegt.

Wie die umlaufenden Gänge und vorspringenden Dächer in den malerischen

 Höfen ein Licht- und Schattenspiel bewirken, wie die einfachen Giebel

und alten Baumkronen charakteristische Silhouetten schaffen, das hat uns

Moll mit ruhiger, behaglicher Breite und der Wärme eines Naturfreundes

erzählt, der selbst unter diesen Giebeln, Dächern und Wipfeln zu wandeln


            
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