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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 2)

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Art, das in seiner Gesamtheit außerordentlich prächtig aussieht, ist aus dem Besitz des verstorbenen

 Freiherrn Nathaniel Rothschild in den der Fürstin Pauline Mettemich-Sandor

übergegangen.

VASE, ALTWIENER PORZELLAN. Dieses Stück, das eine Höhe von 53 Zentimeter

hat, gehört in die Klasse der sogenannten Potpourri -Vasen, deren Zweck darin besteht,

durch die im Deckel angebrachten Öffnungen Wohlgerüche zu verbreiten. Die Form der

Vase weist auf französische Vorbilder des Louis XVI-Stils hin und zählt zu den schönsten

Vasenforrnen, die in der Wiener Fabrik angefertigt wurden. Viel selbständiger als die

Form ist der Dekor der Vase. Er besteht im wesentlichen aus antikisierenden, mit naturalistischen

 Elementen durchsetzten Reliefgoldornamenten auf breiten, kobaltblauen umlaufenden

 Bändern. Die Ränder dieser Schmuckbänder weisen bereits die für die folgende

Zeit der Wiener Fabrik so charakteristischen, aus antiken Formelementen bestehenden

zierlichen Goldgehänge auf. Vorne und rückwärts wird das obere Band zum Teil durchbrochen

 von je einem großen weißenMedaillon mitGoldrand, das die ganzeMitte desVasenkörpers

 einnimmt und mit bunten Blumen bemalt ist. Auf der Vase fehlt mit Ausnahme

des blauen Bindenschilds jede sonstige Bezeichnung. Da nun von 1784. an strenge darauf

gesehen wurde, daß jedem Stücke die Jahresmarke eingeprägt werde, rnuß es vor dieser

Zeit ausgeführt worden sein, und zwar um 1 780, denn der vorzüglich ausgeführte Golddekor

in zweierlei Tönen, einem grünlichen und einem rein goldgelben läßt gemeinsam mit anderen

Merkmalen eine frühere Datierung nicht zu. Das Modell stammt ohne Zweifel aus der Hand

Grassis. Der mit großer Naturtreue ausgeführte Blumendekor weist auf den damaligen

besten Blumenmaler Josef Drexler hin.

STANDUHR in Form einer Flasche auf Fuß, mit Stöpselabschluß (darin der Uhrschlüssel),

 Vorder- und Rückseite in je zwei Feldern mit blauem Email in Goldornamenten

(Weinranken), auf der Vorderseite Zifferblatt und Uhrwerk in je einer mit Perlen verzierten

Kreisfassung, auf der Rückseite das Bild eines jungen Mädchens. Der Rand mit gravierten

Weinranken in Grüngold. Französisch, um 1830.

BROSCHE, Silber vergoldet, mit Brillanten, Rubinen und grünem Email, in Form

dreier Maschen mit Blütenzweigen. Französisch, XIX. Jahrhundert, Anfang.

CHATELAINE mit Chiffre LGC und Ornamenten (Ranken, Masche mit Band) in

Goldinkrustation auf Stahl, dreiteilig, am Rande Perlenreihe in Diamantenschliff. Französisch,

 um r76o.

KANNE, Silber, mit Henkel aus Holz, unterer Ansatz des Henkels ein Widderkopf;

Fuß und umlaufendes Band an der streifenförmig geteilten Wandung mit gravierten Ornamenten.

 Graz, 1789, von Franz Müller.

KANNE. Silber, auf Fuß, mit Deckel und mit Henkel aus Mahagoni, Wandung, Fuß

und Henkelansätze mit getriebenen Ornamenten (Blüten und Blättern). Graz, 18m, von

A. R. (Rungaldier?). Der bekannte Wiener Miniaturist lgnaz Rungaldier (geboren x799 zu

Graz) war nachweisbar der Sohn eines Silberarbeiters.

KASSETTE, Silberfiligran mit Korallen. Budapest, bezeichnet: V. M. Um 1840.

KAFFEEMASCHINE, Silber, mit Deckel, darauf ein Schwan; auf einem Untergestell,

das von vier in Pinienzapfen endigenden Stützen getragen wird. Das Lämpchen in Form

einer Opferschale auf Postament. Wien, 1810, bezeichnet: K. (Koba, Krautauer?) Johann

Kaba und Jakob Krautauer wurden 1795 Meister. (Vergleiche: Zur Geschichte der Wiener

Gold- und Silberschmiedekunst, Kunst und Kunsthandwerk 1904, Heft 7 und 8.)

ESÜCH DES MÜSEÜMS. Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

Jänner von 6162, die Bibliothek von 1906 Personen besucht.
            
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