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MAK

Full text : Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 4)

Nachbildung des sogenannten Fürstenzimmers im Schlosse Vehhurns in Tirol, ausgeführt von der k. k. Fachschule

 in Bozen unter Mitwirkung der k. k. Fachschulen in Bechyn, Königgrätz und Triem

Was nun die historischen Inte'rieurs anlangt, so ist zu erwähnen, dass

dieselben jenen Stilperioden entnommen wurden, die in Österreich zu besonderer

 Entfaltung gelangt sind. Gewählt wurden charakteristische Repräsentanten

 von ganz eigenartigem Gepräge, Musterleistungen einer verfeinerten

Kunstpflege, zugleich aber auch Typen einer meisterhaft entwickelten

Technik, gepaart mit vollendetem Geschmacke und gediegener Ausführung.

Der gothische Stil war durch die Nachbildung der Conventstube im

Schlosse Reiffenstein bei Sterzing in Tirol und durch die Copie eines Portales

aus der „goldenen Stube" der Veste Hohensalzburg vertreten.

Die Conventstube auf Burg Reiffenstein, welch letztere durch Berchthold

Sehelin um das Jahr 1222 gegründet worden sein soll, X465 vom Erzherzog

Sigismund der Commende des deutschen Ordens in Sterzing verliehen wurde,

ist ein an den Wänden und der Decke im Stile der Spätgothik getäfelter

Raum mit zwei Erkerausbauten; er gehört der zweiten Hälfte des

XV. Jahrhunderts an. Die Vertäfelung dieses in vornehmer Einfachheit

decorirten Raumes ist aus genutheten Zirbelholzbrettem mit gekehlten

Deckleisten gebildet und gegen den Deckenabschluss hin mit Friesen, die
            
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