MAK

Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

 
josef Führich, jakob und Rahel 
stischen museumsfähigen Bildern vertreten seien. Mit welchen Schwierig- 
keiten die Erreichung dieser Ziele heute verbunden ist, braucht wohl nicht 
weiter auseinandergesetzt zu werden. Mit feinem Gefühl hat die neue 
Direktion ihre Erwerbungen nichtösterreichischer Bilder dem wienerischen 
Kern der Sammlung anzuschließen gewußt. Folgerichtig ging ihr Streben 
vor allem dahin, von jenen deutschen Meistern, die Anregungen gebend oder 
empfangend zur Wiener Kunst in Beziehungen gestanden haben, künstlerisch 
bedeutende Werke zu erwerben. 
Infolge der großen Bereicherung der Galerie war es notwendig geworden, 
allen jenen Ballast an künstlerischer Mittelmäßigkeit, den jede moderne 
Sammlung aus Opportunitätsgründen mitzuführen gezwungen ist, in die 
Depots zu weisen. So genießt jetzt der Besucher der zwar noch kleinen und 
keineswegs ganz abgerundeten Sammlung die Freude, nur wirkliche Kunst- 
werke um sich zu sehen. 
Die große romantische Bewegung, die zu Beginn des XIXJahrhunderts 
die deutschen Künstlerseelen erfaßt hatte, war absolut unprovinziell. Den 
einsam schaffenden nordischen Romantikern Runge, Dahl und Kaspar David 
Friedrich stand jener große Künstlerkreis gegenüber, der das Ziel seiner 
künstlerischen Sehnsucht in Rom erblickte. Was sich hier zur Verwirk- 
lichung des gleichen Ideals gefunden hatte, war aus allen deutschen Gauen
	        
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