Ludwig Schnorr von Carolsfeld, Landschaft mit Mönchen
herbeigeströmt. Der Älteste dieses deutschrömischen Kreises war der Tiroler
Josef Anton Koch. Seine Wasserfälle bei Tivoli aus dem Besitze der kaiserliehen
Gemäldegalerie sind eine freie Variante des Bildes, das aus dem Besitze
des Freiherrn von Biegeleben auf der Berliner Jahrhundertausstellung
zu sehen war. Auf die Schönheit der leicht dunstigen Ferne und den atmosphärischen
Kampf von Sonnenschein und Regen berechnet, bezwingt das
Gemälde durch die einfach große Zusammenfassung des Landschaftsbildes.
Obwohl die meisten der Romantiker zeitweilig in Wien ihre Wohnung aufgeschlagen
hatten und dort oft in St. Anna ausstellten, hat doch ihre großzügig
idealistische Landschaftsauffassung hier so gut wie gar nicht Schule
gemacht. Einzig in einem Bildchen des sehr seltenen Erasmus Engert, das
einen Weinberg bei Wien darstellt und innerhalb der Wiener Landschaftsmalerei
ganz isoliert steht (Abb. auf Seite 55), scheinen mir die Lichtbehandlung,
die erstrebte Fernwirkung und der geschlossene Aufbau auf
Einflüsse Oliviers und der römischen Sezessionisten zurückzuführen zu sein.
Unter den romantischen Historienmalem, die man gewöhnlich Nazarener
zu nennen pflegt, gehörte der Österreicher Josef Führich zu den jüngeren
Talenten. Seine Begegnung Jakobs mit Rahel aus dem Jahre 1836 beweist