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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

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Saiten, die Liebe zur Dynastie und das Heldentum für das Vaterland, hell erklingen lassen. 
Volksstimmung und Kunst gehören aber zueinander. Was die Volksseele bewegt, das bringt 
der Künstler zum Ausdruck, und die moderne, auf der höchsten Stufe der Entwicklung stehende 
graphische Industrie vermittelt die geistigen Erzeugnisse des Künstlers in tausend und 
abertausend von Exemplaren wieder dem Volke und erhält dessen Empfinden der Nachwelt. 
Das Kriegshilfsbureau hat es daher versucht, in der Ausstellung von Kriegsgraphik 
eine Zusammenstellung alles jenen zu bieten, was Kunst und graphische Technik während 
des Krieges in Österreich-Ungarn und Deutschland geschaffen, was die Taten unserer 
heldenhaften, herrlichen Truppen und ihrer tapferen Verbündeten verherrlicht oder was 
die Liebe und die Anhänglichkeit an das angestammte l-lerrscherhaus zu lichtvollem Aus- 
druck gebracht hat. Eine wenn auch verkleinerte Kopie dieser Ausstellung soll als Wander- 
ausstellung im befreundeten und neutralen Ausland die Ruhmestaten unserer Armee 
veranschaulichen und zugleich den Beweis von der Befähigung der österreichischen 
Graphik erbringen, die sich mitten im Krieg zu einer ungeahnten Höchstleistung entwickelt 
hat und ein beredtes Zeugnis davon ablegt, daß die wirtschaftliche Kraft unseres Vater- 
landes trotz dreißigmonatigen schweren Ringens noch lange nicht gebrochen ist. Die 
künstlerischen Werke werden in würdiger und anschaulicher Weise die Lügen widerlegen, 
die haßerfüllte Gegner über unsere und deutsche Kultur trotz allem wiederholen. Nach- 
dem jedoch der Absatz eines großen Teiles dieser graphischen Erzeugnise unter dem 
Zeichen der Kriegsfürsorge erfolgte, die die Herzen aller jener erfüllt, welche den Krieg 
im Hinterland miterleben, im Vollbewußtsein, daß auch ihnen eine große und wichtige 
Aufgabe zur Verteidigung des Vaterlandes zufällt, hat das Kriegshilfsbureau geglaubt, auch 
diese Ausstellung in den Dienst seiner erhabenen, menschenfreundlichen Aufgabe, die 
Not des Krieges, wo immer sie auftritt, nach Möglichkeit zu lindern, stellen zu können, 
und erhoHt sich aus dieser Ausstellung eine reiche Stärkung seiner Fonds. 
ln diesem Sinne bitte ich Eure kaiserliche Hoheit, geruhen zu wollen, in Vertretung 
des obersten Schutzherrn aller der Kriegsfürsorge gewidmeten Bestrebungen der Bevöl- 
kerung die Ausstellung von Kriegsgraphik gnädigst eröffnen zu wollen." 
Seine k. und k. Hoheit erwiderte die Ansprache mit folgenden Worten: 
„Mit besonderer Freude bin ich dem Allerhöchsten Befehle nachgekommen, Seine 
k. und k. Apostolische Majestät bei der heutigen Eröffnungsfeier zu vertreten, und es wird 
mir eine angenehme Pflicht sein, die von treuer Liebe zu Kaiser und Vaterland erfüllte 
Begrüßung zur Kenntnis unseres allergnädigsten Herrn zu bringen. 
Das unter Ihrer bewährten Leitung stehende Kriegshilfsbureau des Ministeriums 
des Innern hat durch die Veranstaltung der Ausstellung von Kriegsgraphik abermals 
bewiesen, in wie dankenswerter Weise es die Bedeutung seiner wichtigen Aufgabe erfaßt, 
indem es unablässig bemüht ist, für die Linderung der durch den Krieg hervorgerufenen 
Notlage immer wieder neue Quellen zu erschließen. 
Ebenso wie dieser edle Zweck dem Unternehmen die teilnahmsvolle und hilfsbereite 
Unterstützung der ÖlTentlichkeit sichert, so liegt in dem künstlerischen und technischen 
Werte der mitten in den Stürmen unserer Zeit veranstalteten Ausstellung eine Bürgschaft 
dafür, daB ihr auch ein großer moralischer Erfolg beschieden sein werde. 
Mit dem innigen und zuversichtlichen Wunsche, daß diese Erwartungen voll und 
ganz in Erfüllung gehen mögen, erkläre ich die Ausstellung des Kriegshilfsbureaus für 
Kriegsgraphik im Allerhöchsten Auftrage für eröEnet." 
Nach diesen Worten trat der Erzherzog den Rundgang durch die Ausstellung an. 
Der Erzherzog sah zuerst im Mittelraum die Ausstellung des Kriegsarchivs an, in der der
	        

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