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MAK

Full text : Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

dem Nachlasse von Donners Bruder

Matthäus im k. k. Münzamte und in

Wachs im Hofmuseum in Wien.

Bei der Ausstellung von Werken

Donners im ]ahre {S93 war auch

die Photographie nach einer verschollenen

 Tonskizze ausgestellt,

den Leichnam Christi darstellend,

mit einem Putto, der die Linke

des Toten küßtf" Im Gegensatz zur

Gurker Pieta wird der Leichnam

nicht auf dem Schoße seiner Mutter

liegend, sondern wie auf Van Dycks

Gemälde vomSchoße herabgesunken

dargestellt. An Van Dyck erinnert

auch etwas die Haltung des Oberkörpers,

 das nach links geneigte

Haupt, der über das Knie der Mutter

herabhängende rechte Arm, nur mit

dem Unterschiede, daß bei Van Dyck

Maria die linke Hand Christi hält,

während auf unserem Relief ein

kleiner Engel sie emporhebt, um

sie zu küssen. Das vollständige Zusammenbrechen

 des prächtig in allen

Muskelpartien durchgearbeiteten

Körpers, das kraftlose Herabsinken

des edlen Hauptes ist im Gegensatz

zur schönen, malerischen Pose, die

Van Dycks Christus zeigt, mit ergreifender

 Naturwahrheit zum Ausdruck

gebracht. Über der Gruppe ragt aus

Wolken, von Putten umgeben, das

Kreuz. Im Preßburger Kunsthandel

befindet sich ein in Rot und Sepia

ausgeführtes Gemälde (signiert Caspar

 Rafalt, Wien, 1712), das neben

manchenVerschiedenheiteninvielen

Einzelheiten auffallende Ähnlichkeit

mit Donners Relief zeigtVerschieden

ist die Stellung Christi, der auf dem

Gemälde auf dem Schoß Mariens

mit herabhängenden Beinen ruht. Ein von Donner auf dem Relief nicht

x Vgl. A. Mayr, a. a. 0., Seite r.

Rechter Leuchter in der Elemosynarius-Kapelle
            
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