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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

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Materialwirkung und Farbe erhalten, die ja durch das Alter gesteigert 
wird. Aufgemaltes Ornament ist seltener und folgt stets der Konstruktion. 
Gestochenes, ausgegründetes Ornament, nicht äußerlich aufgeleimtes, ist 
typisch. In vielen Tiroler Burgen (Reiffenstein, Tratzberg), in Sterzing und 
anderen Orten sind schöne Leistungen dieser Art zu Enden. 
Der Raumeindruck der mittelalterlichen getäfelten Stube wird zumeist 
von dem tiefen Braun des Holzwerks beherrscht, während die Renaissance- 
stube mehr der farbigen Bemalung und Vergoldung, dem Intarsiaschmuck, 
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der Überwindung des Materials zustrebt. Das Gold wird immer vorherr- 
schender, das Bedürfnis nach Freiheit der Linie und nach Helligkeit immer 
größer, bis endlich die Rache Holzdecke immer mehr von der Stuckdecke 
verdrängt wird. 
Dieseßbehält anfänglich noch die Felderteilung bei, wird aber immer 
freier und ungebundener und verzichtet schließlich ganz auf jede Erinnerung 
an das Holz und verwendet die vom Gewölbe stammende Forrngebung. In 
der großen Hohlkehle, die von der Wand zur Decke überleitet, wird eine 
Annäherung zur Gewölbeform gefunden und in der freien Rahmung und 
zarten Stuckplastik Endet die Spätrenaissance, Barockzeit und endlich der 
zu
	        

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