MAK

Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

Bibliothek des Stiftes Melk 
getreten und 
fängt erst wie- 
der an, sich 
hervorzu- 
wagen. Unse- 
re ganzeBau- 
welt entbehrt 
jener reichen, 
beweglichen 
und freizügi- 
gen künstle- 
rischen Mit- 
arbeiterschaft, 
die einst so 
mannigfaltige 
und belebte 
Werke in 
großer Zahl 
hervorzu- 
bringen ver- 
mochte. 
Wirwer- 
den immer 
mehrzurHer- 
anziehungder 
Maschine ge- 
drängt, dieje- 
der Freiheit 
entgegen- 
wirkt. Nur 
Materialluxus 
ist leichter er- 
reichbar. Mar- 
mor und andere edlere Steingattungen dienen den Wänden, Holzwerk 
oder Putzwerk der Decke, die im Wohnraum am häufigsten weiß bleibt und 
oft ganz glatt wird. Der Kreislauf des Eklektizismus hat uns ja von der 
Wertlosigkeit und Schädlichkeit der Stilkopie überzeugt. Die monumentalen 
Probleme repräsentativer Art sind selten geworden. Wir sind zur konstruk- 
tiven und ehrlichen, aufrichtigen Baugesinnung zurückgekehrt. Langsam 
begann wieder ein Aufstieg zur Monumentalität - die Entwicklung ist unter- 
brochen worden. Die konstruktive Entwicklung hat uns aber treffliche 
Hilfsmittel gegeben, auch den größten und schwierigsten _Raumlösungen 
gerecht werden zu können, ihnen neue Wirkungen abzugewinnen. 
Ihre Bewältigung im Sinne der Kunst unserer Zeit gehört der Zukunft an.
	        
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